Wie lange dauert eine Drogentherapie?
Cannabis, Kokain, Heroin, Crystal Meth – auf dem Schwarzmarkt gibt es so viele Drogen zu kaufen wie noch nie. Dank neuer psychoaktiver Substanzen kommen regelmäßig weitere Rauschmittel hinzu, die für ihre Konsumenten große Risiken bergen. Die Langzeitschäden für Körper und Psyche reichen von affektiven Störungen wie Depressionen bis hin zu Herz-Kreislauf-Problemen, Schlaganfällen oder kognitiven Leistungsverlusten. Ein qualifizierter Drogenentzug bietet die besten Erfolgsaussichten, um den körperlichen und seelischen Verfall sowie den sozialen Abstieg aufzuhalten. Was Betroffene jedoch häufig zurückhält, ist die Angst vor einer unbestimmten Therapiedauer. Je länger der Drogenentzug andauert, desto schwieriger wird es schließlich, die Therapie vor Außenstehenden zu verbergen. Auf welche Zeitspanne sich die Süchtigen einstellen müssen, erfahren Sie im nachfolgenden Beitrag.
Der körperliche Entzug ist für Patienten auch in einer professionellen Einrichtung eine starke Belastung. Die verschiedenen Symptome, die teilweise sogar lebensgefährlich sein können, sind das, was viele Suchtkranke von einer Entzugstherapie abhält. Letztendlich kennen sie innere Unruhe, Angst, Schmerzen, Übelkeit und depressive Verstimmungen bereits aus Situationen, in denen sie ihre tägliche Drogendosis nicht rechtzeitig einnehmen konnten. Tatsächlich ist der physische Entzug bei einigen Drogen aber schon nach wenigen Tagen abgeschlossen. Während einer stationären Therapie müssen diese Patienten deshalb häufig, wenn überhaupt, nur in den ersten Tagen mit unangenehmen körperlichen Belastungen rechnen. Und selbst diese werden dank der passenden Medikamente auf ein Minimum reduziert. Bei anderen Drogen dauert der physische Entzug deutlich länger, z.B. bei Opiaten und Heroin. Hier ist ein längerfristiger Entzug über mehrere Wochen, teilweise sogar Monate nötig, um langfristig vom Suchtmittel wegzukommen.
Eine Abhängigkeit von Drogen, Alkohol oder Medikamenten lässt sich nicht mit einer Pille, einer Spritze oder einem einfachen Rezept behandeln. Viele individuelle Faktoren greifen ineinander und jeder Betroffene hat seine ganz eigene Suchtbiografie. Die persönliche Ausgangssituation ist dafür verantwortlich, wie viel Zeit für die Nachsorge nach dem stationären Aufenthalt einzuplanen ist. Psychische Probleme oder physische Folgeerkrankungen können genauso einen Einfluss darauf haben, wie es mit der Erkrankung weitergeht, wie die Unterstützung des Patienten durch das soziale Umfeld. Experten empfehlen direkt nach dem stationären Klinikaufenthalt ambulante Angebote in Anspruch zu nehmen, um die Therapieversorgung weiterhin gewährleisten zu können. Eine ambulante Psychotherapie und die regelmäßige Teilnahme an einer Selbsthilfegruppe haben sich als besonders sinnvoll erwiesen. Sobald der Patient hinreichend stabilisiert ist, um in belastenden Situationen nicht erneut zur Droge zu greifen, kann die Psychotherapie in größeren Abständen erfolgen und irgendwann ganz aufhören. Die Teilnahme an der jeweiligen Selbsthilfegruppe sollte allerdings länger fortgesetzt werden.