Ohne den Willen geht es nicht
Suchterkrankungen sind vielseitig und können sich im Verlauf ganz individuell gestalten. So gibt es Menschen, die etwa ein Alkoholproblem recht schnell bemerken und die sprichwörtliche Reißleine ziehen, noch bevor sie ganz in die Suchtspirale abdriften. Andere wiederum verkennen die Gefahr, in der sie schweben, oft über Jahre hinweg und gestehen sich ihre Abhängigkeitserkrankung erst ein, wenn deren negative Auswirkungen auf zahlreiche Lebensbereiche nicht mehr zu ignorieren ist. Doch ganz gleich, ob eine Abhängigkeitserkrankung früh oder spät registriert wird: Die Betroffenen können sich von einer solchen nur dann langfristig befreien, wenn eine entsprechende Abstinenzmotivation gegeben ist. Ohne diese laufen sie auch nach einer erfolgreichen Therapie immer wieder Gefahr rückfällig zu werden und somit früher oder später wieder Alkohol zu trinken oder andere Suchtmittel zu konsumieren.
Gute Gründe für eine dauerhafte Abstinenz gibt es viele. Wer keinen Alkohol trinkt oder mit dem Missbrauch von Medikamenten und illegalen Drogen aufhört, fördert die eigene geistige und körperliche Gesundheit, schützt seine Angehörigen und verhindert den Absturz ins soziale Aus. Schon kurze Zeit nach dem Konsumstopp stellen sich die ersten spürbaren Veränderungen ein. So verbessern sich das Hautbild und die Schlafqualität, sobald kein Alkohol mehr konsumiert wird. Lebenswichtige Organe wie Leber und Niere können sich regenerieren und auch die Psyche gelangt allmählich wieder ins Gleichgewicht. Alkohol- oder drogeninduzierte depressive Verstimmungen, Halluzinationen und Psychosen flauen zunehmend ab und bilden sich mitunter sogar vollständig zurück. Auf dieser Basis gelingt es den Suchtkranken leistungsfähiger zu werden, die an sie gestellten Erwartungen im Alltags- und Berufsleben wieder erfüllen und so schließlich ein höheres Selbstwertgefühl zurückzugewinnen. Auch im sozialen Umfeld treten weniger Reibungspunkte auf.