Folgen Alkoholismus

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Aktualisiert am: 05.07.2023
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Alkoholismus-Folgen: alles Wichtige in 30 sec.

  • Alkohol schädigt Körper und Psyche nachhaltig und langfristig.
  • Es drohen: erhöhtes Krebsrisiko, Organschäden, Herz-Kreislauf-Erkrankungen.
  • Psychische Begleiterkrankungen wie Depressionen und Angststörungen sind häufig.
  • Viele Folgeschäden von Alkoholismus sind umkehrbar.
  • Ein Entzug hilft, Lebensqualität wiederherzustellen und Begleiterkrankungen zu bekämpfen.
Inhalt

    Was sind Folgen von Alkoholismus?

    Unter den Folgen von Alkoholismus versteht man die negativen Auswirkungen, die der Konsum von Alkohol auf Körper, Psyche und Sozialleben von Alkoholikern haben kann. Einige dieser Alkoholismus-Folgen treten bereits nach kurzer Zeit auf, andere hingegen erst nach jahrelangem Konsum. Weiterhin können die Folgen in reversible und irreversible Konsequenzen unterteilt werden. Reversible Folgen können sich bei einer Beendigung des Alkoholmissbrauchs zurückbilden. Irreversible Schäden bleiben dauerhaft bestehen.

    Welche körperlichen Folgen hat Alkoholismus?

    Alkohol ist eine Substanz, die für den Körper toxisch ist. Das kann langfristig gravierende gesundheitliche Konsequenzen haben. Schätzungen zufolge konsumieren 15 % der Östereicherinnen und Österreicher Alkohol in gesundheitsbedenklichem Ausmaß1. Die möglichen körperlichen Folgen eines derart hohen Konsums sind vielseitig.

    Steigendes Risiko für Krebs

    Eine Alkoholabhängigkeit geht mit einem erhöhten Risiko für Krebs einher. Eine bevölkerungsbezogene Studie aus dem Jahr 2020 kommt zu dem Ergebnis, dass rund 4 Prozent der weltweiten Krebserkrankungen auf den Konsum von Alkohol zurückgehen2. Dabei ist es nicht eine einzige Krebsart, für die Alkoholiker besonders anfällig werden: Chronischer Alkoholkonsum kann verschiedene Arten von Krebs auslösen. Dazu gehören unter anderem:

    • Kehlkopfkrebs
    • Mund- und Rachenkrebs
    • Speiseröhrenkrebs
    • Dick- und Enddarmkrebs
    • Leberkrebs
    • Brustkrebs

    Darüber hinaus steht Alkohol im Verdacht, auch das Risiko für Magen- und Bauchspeicheldrüsenkrebs zu erhöhen3.

    Gehirnschäden durch Alkohol

    Wer unter einer Alkoholsucht leidet, nimmt nicht nur ein erhöhtes Krebsrisiko in Kauf, sondern riskiert langfristig auch die Leistungsfähigkeit des eigenen Gehirns. So haben Studien herausgefunden, dass Alkohol das Gehirn schneller altern lässt4. Bereits kleinere Mengen können die Hirnzellen nachhaltig schädigen und zu einem Verlust der Hirnsubstanz führen5. Das kann die Denkfähigkeit, das Konzentrationsvermögen und die Merkfähigkeit negativ beeinflussen.

    Direkte körperliche Folgeerkrankungen durch Alkohol

    Eine Alkoholabhängigkeit bzw. ein chronischer Alkoholmissbrauch kann verschiedene Organe schädigen. Die Leber wird meist besonders in Mitleidenschaft gezogen, da sie für den Alkoholabbau zuständig ist. Fettleber und Leberzirrhose können sich ausbilden. Ebenfalls typisch für einen anhaltenden Alkoholkonsum können Herz-Kreislauf-Erkrankungen wie Bluthochdruck oder Herzmuskelerkrankungen sein. Darüber hinaus stehen folgende Krankheiten in einem signifikanten Zusammenhang mit einer Alkoholabhängigkeit:

    • Übergewicht
    • Impotenz
    • Bauchspeicheldrüsenentzündung
    • Gastritis
    • Neuropathie
    • Korsakow-Syndrom bzw. Wernicke-Korsakow-Syndrom

    Indirekte Folgen des Alkoholkonsums

    Wichtig: Viele der körperlichen Auswirkungen der Alkoholsucht sind als direkte Folge des Alkoholkonsums einzustufen. Andere wiederum sind eine indirekte Konsequenz und resultieren beispielsweise aus einer alkoholbedingten Ernährungsstörung.

    Psychische Folgen von Alkoholismus

    Psychiatrische Erkrankungen gehören zu den häufigsten Komorbiditäten von chronischem Alkoholkonsum bzw. Alkoholsucht. Das liegt unter anderem daran, dass Alkohol als psychoaktive Substanz direkt im zentralen Nervensystem wirkt. Hier bringt er die sensible Balance verschiedener Neurotransmitter aus dem Gleichgewicht. Das kann bei Alkoholikern zu einer Vielzahl an psychischen Krankheiten führen.

    Affektive Störungen als häufige Spätfolge von Alkoholismus

    Niedergeschlagenheit, Freudlosigkeit, Angstgefühle und ein schlechtes Gewissen gehören zu den häufigen Symptomen, unter denen Alkoholiker mit einer komorbiden affektiven Störung zu leiden haben. Der Zusammenhang zwischen einem chronischen Alkoholkonsum und affektiven Erkrankungen wie Depressionen oder Angststörungen ist signifikant. Insbesondere bei Frauen kommen depressive Symptome im Zusammenhang mit Alkoholismus vermehrt vor6.

    Weitere psychische Krankheiten, die bei Alkoholsucht vorkommen7

    • Phobien
    • Panikstörungen
    • Dysthymie
    • Schlafstörungen
    • Zwangsstörungen
    • Persönlichkeitsstörungen
    • weitere Substanzstörungen

    Soziale Folgen von Alkoholismus

    Wer regelmäßig große Mengen Alkohol trinkt, kann seinen alltäglichen Pflichten mit der Zeit immer schlechter nachkommen. Das führt zu Konflikten in der Familie und im Freundeskreis, vielfach aber auch zu beruflichen Konsequenzen. Fehlzeiten an der Arbeit, Leistungseinbußen oder gar Alkoholkonsum am Arbeitsplatz können zu Jobverlust und sozialem Abstieg führen. Diese Negativspirale dreht sich meist noch schneller, wenn körperliche und/oder psychische Folgeerkrankungen bzw. deren Symptome die Belastung weiter erhöhen.

    Hohe gesellschaftliche Kosten der Alkoholabhängigkeit

    Nicht nur privat sind die Alkoholismus-Spätfolgen beträchtlich. Auch auf gesellschaftlicher Ebene verursacht chronischer Alkoholmissbrauch enorme Kosten. Allein im Jahr 2013 entstanden durch den Alkoholkonsum in Österreich beinahe 738 Millionen Euro an Kosten. Einen großen Teil machten die medizinischen Kosten aus. Noch größer war hingegen der Verlust durch Produktivitätsausfälle8.

    Was kann man gegen die Folgen von Alkoholismus tun?

    Die aktuelle Studienlage zeigt deutlich: Es gibt keinen ungefährlichen Alkoholkonsum. Auch wenn sich bei Betroffenen noch keine Alkoholsucht ausgebildet hat, steigt das Risiko für langfristige körperliche, psychische und soziale Schäden – sowohl persönlich als auch gesellschaftlich. Zudem droht allen Alkoholkonsumenten, die regelmäßig große Mengen trinken, früher oder später die körperliche und psychische Alkoholabhängigkeit. Umso wichtiger ist es, rechtzeitig die geeigneten Maßnahmen zu ergreifen.

    Qualifizierter Entzug kann Alkoholsucht beenden

    Wer aufgrund eines jahrelangen Alkoholkonsums in eine Alkoholabhängigkeit geraten ist, kann diese durch einen qualifizierten Entzug beenden. Im Rahmen einer Alkoholtherapie in einer Suchtklinik findet nicht nur eine Entgiftung, sondern ergänzend eine umfassende Entwöhnung statt. Hierbei lernen Betroffene, zukünftig auf den Konsum von Alkohol zu verzichten. Das kann nicht nur weitere schädliche Folgen verhindern – möglich ist auch eine umfassende Regeneration.

    Folgen des Alkoholismus können sich zurückbilden

    Einige negative Auswirkungen des missbräuchlichen Alkoholkonsums sind umkehrbar. So kann sich eine stark angegriffene Leber erholen. Auch das Gehirn kann sich durch die Alkoholabstinenz in vielen Bereichen regenerieren. Das Krebsrisiko sinkt, die Schlafqualität verbessert sich und das Ungleichgewicht an Neurotransmittern im zentralen Nervensystem gleicht sich langsam wieder dem Normalbereich an. Gerade mit Blick auf psychische Komorbiditäten ist jedoch entscheidend, dass diese im Rahmen einer umfassenden Entzugstherapie direkt mitbehandelt werden.

    Ihr Kontakt zur My Way Betty Ford Klinik

    Sie möchten Ihre Alkoholsucht bekämpfen, um negative Folgen des Konsums abzuwenden? In der My Way Betty Ford Klinik, die sich in Deutschland befindet und von Österreich aus gut zu erreichen ist, behandeln wir nicht nur die Alkoholabhängigkeit, sondern auch zugehörige Komorbiditäten. Konkret bieten wir Ihnen:

    • ein langjährig bewährtes und zertifiziertes Therapiekonzept
    • die Entgiftung und Entwöhnung in einem Behandlungsschritt
    • maximale Diskretion und Anonymität durch Aliasnamen
    Person steigt eine Treppe herauf und hält eine Fahne in der Hand. Auf einem Schild steht JA zum suchtfreien Leben.




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      Quellenangaben

      Quellenliste

      1 Bachmayer, S., Strizek, J., Uhl, A. „Handbuch Alkohol – Österreich“, Wien, Dezember 2022 https://www.sozialministerium.at/dam/jcr:70533de8-28a7-4124-8696-aa777bf6938e/Handbuch%20Alkohol%20-%20%C3%96sterreich%202022_Band%201_Datenjahr%202021_bf.pdf (Datum des Zugriffs: 19.06.2023)

      2 Rumgay H, Shield K, Charvat H, Ferrari P, Sornpaisarn B, Obot I, Islami F, Lemmens VEPP, Rehm J, Soerjomataram I. Global burden of cancer in 2020 attributable to alcohol consumption: a population-based study. Lancet Oncol. 2021 Aug;22(8):1071-1080. doi: 10.1016/S1470-2045(21)00279-5. PMID: 34270924; PMCID: PMC8324483., https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/34270924/ (Datum des Zugriffs: 19.06.2023)

      3 Deutsche Krebshilfe „Alkohol und Krebs“, https://www.krebshilfe.de/informieren/ueber-krebs/krebs-vorbeugen/alkohol-und-krebs/ (Datum des Zugriffs: 19.06.2023)

      4 aerzteblatt.de „Alkohol und Tabak lassen das Gehirn schneller altern“, https://www.aerzteblatt.de/nachrichten/109063/Alkohol-und-Tabak-lassen-das-Gehirn-schneller-altern (Datum des Zugriffs: 19.06.2023)

      5 aerzteblatt.de „Studie: Chronischer Alkoholkonsum verkleinert das Gehirn bereits in geringer Menge“, https://www.aerzteblatt.de/nachrichten/132348/Studie-Chronischer-Alkoholkonsum-verkleinert-das-Gehirn-bereits-in-geringer-Menge (Datum des Zugriffs: 19.06.2023)

      6 Diehl, Alexander, Batra, A. „Psychiatrische Komorbidität bei Alkohol- und Tabakabhängigkeit“, S. 206 f. In: Singer, Manfred et al., Alkohol und Tabak, 2011, Georg Thieme Verlag KG, Stuttgart, Print ISBN: 9783131466716; Online ISBN: 9783131892812; Buch-DOI: 10.1055/b-002-40812, https://www.thieme-connect.de/products/ebooks/lookinside/10.1055/b-0034-40725 (Datum des Zugriffs: 19.06.2023)

      7 Soyka, Michael „Serie – Alkoholismus: Psychische und soziale Folgen chronischen Alkoholismus“, In: Dtsch Arztebl 2001; 98(42): A-2732 / B-2330 / C-2186https://www.aerzteblatt.de/archiv/29088/Serie-Alkoholismus-Psychische-und-soziale-Folgen-chronischen-Alkoholismus (Datum des Zugriffs: 19.06.2023)

      8 Österreichische Dialogwoche Alkohol „Alkohol in Österreich — Zahlen und Fakten“, https://www.dialogwoche-alkohol.at/wp-content/uploads/2019/03/Factsheet_Dialogwoche-Alkohol-2019_kompakt.pdf (Datum des Zugriffs: 19.06.2023)

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