Wenn Körper und Seele gewissermaßen überreizt werden
Benzodiazepine und Z-Substanzen wie Zolpidem und Zopiclon zählen zu den bekanntesten Psychopharmaka und Hypnotika und verstärken im zentralen Nervensystem die beruhigende Wirkung des Botenstoffs Gamma-Aminobuttersäure (GABA). Dadurch werden Angst, Schlafstörungen, depressive Verstimmungen und innere Unruhe ausgebremst, so dass die Medikamente von zahlreichen Betroffenen als wahrer Segen empfunden werden. Das Leben wird erträglicher und die Sorgen weniger.
Auf der anderen Seite werden auch die positiven Empfindungen flacher; das Leben verläuft eintönig und ohne große Höhen und Tiefen. Neben den möglicherweise bei einer Langzeiteinnahme auftretenden Nebenwirkungen ist dies für viele Menschen ein Grund, die Behandlung mit Diazepam, Alprazolam oder Lorazepam zu beenden. Eine der wichtigsten Fragen in diesem Zusammenhang ist das Auftreten von Benzodiazepin-Entzugssymptomen. Ist es überhaupt möglich, die Tabletten oder Tropfen problemlos abzusetzen? Ist der Entzug zu Hause durchführbar oder sollte er besser als stationärer Entzug stattfinden? Erfahren Sie mehr!
Grundsätzlich sollten Benzodiazepin-haltige Medikamente nie plötzlich und abrupt in einem kalten Entzug abgesetzt, sondern langsam ausgeschlichen werden. Der Grund dafür liegt in ihrer psychoaktiven Wirkung auf das zentrale Nervensystem des Patienten, das sich bei anhaltender Einnahme an die durch das Benzodiazepin oder die Z-Substanz erhöhte GABA-Konzentration im synaptischen Spalt gewöhnt und demzufolge selbst weniger Gamma-Aminobuttersäure produziert.
Entzugsängste im Vorfeld der Behandlung sind völlig normal und treten bei vielen Suchtkranken auf. Schließlich weiß niemand, wie er ohne das Suchtmittel im Alltag zurechtkommt – sei es ohne ein bestimmtes Medikament, ohne Alkohol, Kokain oder Cannabis. Wichtig ist es allerdings, sich von seinen Ängsten nicht ausbremsen zu lassen und den Benzodiazepin-Entzug dennoch zu wagen. Die zu erwartenden Benzo-Entzugserscheinungen sind bei weitem nicht so schlimm, um die Vorteile eines suchtmittelfreien Lebens zu überwiegen. Die Entscheidung für den Entzug muss im Zweifelsfalle also eher rational als emotional getroffen werden.