Was ist eine Medikamentenabhängigkeit?
Die Medikamentenabhängigkeit ist eine Suchterkrankung, bei der eine Abhängigkeit von bestimmten Arzneimitteln besteht. Typische Medikamente, die eine psychische und/oder physische Abhängigkeit auslösen können, sind Beruhigungsmittel wie Benzodiazepine oder starke Schmerzmittel wie Opioide. Oft entwickelt sich die Medikamentensucht schleichend (stille Sucht). Allein in Österreich gelten rund 150.000 Menschen als medikamentenabhängig, die Dunkelziffer liegt doppelt so hoch1. In den meisten Fällen beginnt die Suchterkrankung mit einer regulären ärztlichen Verordnung der Medikamente.
Für die Entwicklung einer Abhängigkeit aus den zunächst regulär verordneten Medikamenten sind verschiedene Faktoren entscheidend. Der Übergang ist meist fließend und durch diverse Zwischenstadien, wie zum Beispiel Medikationsfehler, unabsichtlicher Fehlgebrauch und absichtlicher Fehlgebrauch (Medikamenten-Missbrauch) gekennzeichnet2. Da alle suchtauslösenden Arzneimittel in Österreich der Rezeptpflicht unterliegen, beginnt eine Medikamentenabhängigkeit deshalb in der Regel mit einer Verordnung durch einen Arzt.
Wichtig: Die Behandlung mit Medikamenten, die ein Abhängigkeitspotenzial bergen, führt nicht zwangsläufig zu einem Medikamentenmissbrauch und einer Medikamentensucht. In den meisten Fällen ist eine komplikationslose Therapie möglich und nötig. Wer jedoch Veränderungen an sich selbst oder bei der Einnahme der Arzneimittel bemerkt, sollte dies umgehend mit seinem Arzt besprechen. So lassen sich eine psychische und/oder körperliche Abhängigkeit von vornherein vermeiden.