Weshalb ein warmer Entzug die bessere Alternative ist
Bevor die Alkoholsucht als Krankheit anerkannt und in ihren Ursachen, Symptomen, Entzugserscheinungen und Behandlungsmöglichkeiten erforscht wurde, ging man davon aus, dass einem alkoholkranken Menschen nur konsequent das Suchtmittel entzogen werden müsste, um ihn dauerhaft von seiner Abhängigkeit zu befreien. So bezeichnet man das plötzliche Absetzen von Alkohol ohne begleitende medikamentöse und psychologische Therapie als kalten Entzug. Im Gegensatz dazu steht ein warmer Entzug. Auch diese Therapieform basiert auf einem konsequenten Verzicht von Alkohol, wird jedoch erleichtert durch eine medikamentöse Unterstützung, welche die Entzugserscheinungen lindert oder gar vollständig ausschalten kann. Zudem wird der Alkoholentzug psychologisch begleitet und die Rückkehr in einen abstinenten Alltag vorbereitet.
Während die körperliche Abhängigkeit meist nach vier bis fünf Tagen beendet ist, dauert die psychische Abhängigkeit unbehandelt oft ein ganzes Leben lang. Dazu kommt, dass viele Alkoholiker mehrere Anläufe nehmen, um trocken zu werden, so dass es mit einem kalten Entzug meist nicht getan ist. Fatalerweise verstärkt jeder gescheiterte Versuch die Schuldgefühle und schwächt das Selbstwertgefühl. Somit wird die emotionale Hürde für einen erfolgreichen Entzug immer höher. In letzter Konsequenz ergibt sich der Betroffene entweder seiner Sucht oder führt letztendlich doch einen warmen Entzug durch, um überhaupt eine Chance zu haben, vom Alkohol loszukommen.