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Alkoholabhängigkeit: Schluck für Schluck zum Abgrund

Alkoholabhängigkeit:-Eine-Fallgeschichte

Ein fiktives Fallbeispiel

Millionen Menschen in Deutschland trinken regelmäßig Alkohol: Sei es mit den Freunden im Fußballstadion, genussvoll bei einer Weinprobe oder gemütlich auf dem Sofa nach einem anstrengenden Arbeitstag. Wie schnell aus einem regelmäßigen Alkoholkonsum ein chronischer Alkoholmissbrauch und schlimmstenfalls eine Alkoholabhängigkeit entstehen kann, unterschätzen allerdings die meisten Menschen. Schließlich trifft der abhängige Konsum von Alkohol nicht immer nur die anderen, sondern könnte theoretisch aufgrund bestimmter Lebenssituationen und psychischer Belastungen bei nahezu jedem Menschen entstehen. Die Abhängigkeit entwickelt sich in vielen Fällen über mehrere Jahre hinweg und wird zumindest anfänglich häufig verleugnet. Bis die Betroffenen sich konstruktiv mit ihrer Sucht auseinandersetzen, hat sich das schädliche Trinkverhalten meist schon fest etabliert und ist nur noch mit einem qualifizierten Alkoholentzug zu regulieren. Ein fiktives Fallbeispiel soll dieses Problem verdeutlichen und die einzelnen Phasen der Alkoholkrankheit näher beleuchten.

Fallgeschichte: Vom gelegentlichen Konsum zur Alkoholabhängigkeit

Frau Meier (Name fiktiv) führt ein durchschnittliches Leben. Nach dem Abschluss ihrer Ausbildung hat sie ihren langjährigen Partner geheiratet und kurze Zeit später bekam das Paar Nachwuchs. Frau Meier gab ihre Arbeit auf und kümmerte sich allein um die Kinder und den Haushalt, während ihr Mann in Vollzeit beschäftigt war. Als die Kinder älter wurden und ihr immer mehr Freizeit zur Verfügung stand, begann sich Frau Meier zu langweilen und an ihrem Leben und der Sinnhaftigkeit zu zweifeln. Um ihren Ausbildungsberuf wieder aufzunehmen, fühlte sie sich zu alt, etwas anderes hingegen hatte sie nie gelernt. Um das entstehende Gefühl der Wertlosigkeit und die ständigen Grübeleien zu betäuben, gönnte sich Frau Meier hin und wieder ein Glas Prosecco. Dieser hob ihre Laune im Nu und sie fühlte sich bereits nach wenigen Schlucken deutlich besser.

Zunächst trank sie nur an zwei oder drei Abenden wöchentlich ein Glas. Ein paar Monate später waren es schon zwei oder drei Gläser täglich. Tatsächlich schien der Alkohol auf Dauer nicht mehr ganz so beruhigend und angenehm zu wirken, sodass Frau Meier die Menge erhöhte. Irgendwann trank sie das erste Mal auch nachmittags – sie hatte in letzter Zeit immer so ein leichtes Zittern in den Händen bemerkt, das auf “wundersame Weise” verschwand, wenn sie auch bereits nach dem Mittagessen ein paar Schlückchen Prosecco trank. Weshalb sollte sie nur am Abend gut gelaunt und munter sein? Viel schöner war es doch, wenn sie sich den ganzen Tag über gut fühlte. Schon nach dem Aufstehen freute sie sich deshalb auf den Augenblick, an dem sie das erste Mal etwas trinken konnte. Aus Scham und Schuldgefühlen konsumierte Frau Meier den Alkohol heimlich. Die leeren Flaschen entsorgte sie meist direkt am nächsten Tag; gegen die leichte Fahne halfen Kaugummis oder stark gewürzte Gerichte. Über eine Alkoholabhängigkeit machte Frau Meier sich keine Gedanken – schließlich trank sie ja nie so viel, dass sie einen Vollrausch hatte. Außerdem konnte sie ja jederzeit wieder mit dem Trinken aufhören. Oder etwa nicht?

Woran erkennt man eine Alkoholabhängigkeit?

Unser Fallbeispiel zeigt deutlich, wie schleichend eine körperliche und psychische Abhängigkeit von Alkohol entstehen kann. Zunächst beginnt alles ganz harmlos mit einem Gläschen Alkohol. Negative Gedanken werden beruhigt und gleichzeitig die Stimmung gehoben. Bereits nach wenigen Schlucken fühlen sich die Betroffenen besser. Nach und nach entsteht eine Toleranz und der Körper benötigt immer mehr Alkohol, um dieselbe Wirkung zu verspüren. Im Falle von Frau Meier wird nun täglich und sogar tagsüber getrunken. Sie nimmt regelmäßig Alkohol zu sich, ihre Gedanken kreisen um das Suchtmittel. Bereits nach dem Aufwachen freut sie sich auf ihr erstes Glas Prosecco. Kann sie aufgrund äußerer Umstände nicht trinken, leidet sie unter ersten körperlichen Entzugserscheinungen. Entgegen ihrer eigenen Auffassung ist Frau Meier mit großer Wahrscheinlichkeit bereits alkoholabhängig und bekommt ihren problematischen Alkoholkonsum nicht mehr allein in den Griff.

Wie geht es weiter mit Frau Meier?

Der Weg aus einer Alkoholabhängigkeit, wie Frau Meier sie erlebt, ist nur möglich, wenn die Betroffenen eine sogenannte Krankheitseinsicht ausbilden. Sie müssen selbst erkennen, dass sie ein Alkoholproblem haben und dieses aktiv angehen wollen. Frau Meier scheint allerdings von diesem Schritt noch weit entfernt zu sein. Dennoch sollte der Besuch einer Beratungsstelle oder des eigenen Hausarztes möglichst nicht aufgeschoben werden, um seelische Erkrankungen wie etwa Depressionen oder Ängste, Herz-Kreislauf-Erkrankungen oder Schäden des Magen-Darm-Trakts zu vermeiden. Auch die sozialen Folgen exzessiven Alkoholkonsums können durch eine rechtzeitige Suchttherapie so gering wie möglich gehalten werden. Scham braucht dabei niemand empfinden. Schließlich gilt die Alkoholsucht nach der internationalen Klassifizierung ICD-10 als Krankheit und hat nichts mit mangelnder Disziplin und fehlender Selbstkontrolle zu tun.

Was kann man gegen eine Alkoholabhängigkeit tun?

Gründe für eine Alkoholkrankheit gibt es viele. Die Entstehungsgeschichte ist stets multikausal, also in einer Kombination von Gründen zu suchen. Bei Frau Meier sind es Langeweile, Unzufriedenheit mit ihrer aktuellen Lebenssituation und ein geringes Selbstwertgefühl, sowie fehlende, günstige Kompensationsstrategien. Andere Alkoholiker haben irgendwann begonnen zur Flasche zu greifen, weil sie vom Stress an der Arbeit abschalten wollen, weil sie die Symptome einer Angststörung betäuben möchten oder weil ihr Partner sie verlassen hat und sie den Kummer nicht ohne „Hilfsmittel“ bewältigen können. Wer in eine Alkoholabhängigkeit gerutscht ist, muss neben der körperlichen Entgiftung also auch die Gründe und Ursachen für seine Erkrankung aufarbeiten, um langfristig “trocken” zu werden. Schließlich entwickeln Menschen, die mit beiden Beinen fest im Leben stehen und mit sich und der Welt zufrieden sind, deutlich seltener eine Alkoholabhängigkeit.

Mit der Diagnose Alkoholsucht müssen sich die Betroffenen im Regelfall nicht allein auseinandersetzen. In einer Suchtklinik wie der My Way Betty Ford Klinik schaffen es die meisten Alkoholkranken, ihrer Alkoholabhängigkeit den Rücken zuzudrehen und psychisch stabil in ihr normales Leben zurückzukehren. Die Therapie verläuft in zwei eng verzahnten Behandlungsschritten.

So umfasst die erste Phase der Alkoholtherapie die Entgiftung, d. h. den körperlichen Alkoholentzug, der mittels medikamentöser Unterstützung deutlich sanfter verläuft und mit weniger Entzugserscheinungen verbunden ist, als ein kalter Entzug. Nach der Beendigung der körperlichen Abhängigkeit folgt die psychische Entwöhnung, während der die Patienten lernen, ihr starkes Verlangen (Craving) nach Alkohol in den Griff zu bekommen. Mit therapeutischer Unterstützung werden hier die Ursachen der Alkoholkrankheit identifiziert und behandelt und alternative Lösungsstrategien erarbeitet. Nach dem stationären Aufenthalt unterstützt eine ambulante Nachsorge dabei, das in der Entzugsklinik Erlernte beizubehalten und einen Rückfall zu verhindern. Dazu gehören hauptsächlich eine ambulante Psychotherapie und – wenn möglich – der Besuch einer Selbsthilfegruppe wie die Anonymen Alkoholiker oder das Blaue Kreuz. Auch die Einbindung der Familie und des sozialen Umfelds ist hilfreich für die erfolgreiche Behandlung von Alkoholmissbrauch und Alkoholismus. Daher findet in den meisten Fachkliniken eine aktive Angehörigenarbeit statt.

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