24 Stunden Direktkontakt

+49 180 55 747 55
aus Deutschland über 0800 / 55 747 55 Zum Kontaktformular
  • Spezialisierung auf Suchterkrankungen und deren Begleiterkrankungen, wie Burnout, Depression, Angststörungen, etc.
  • Langjährig bewährtes Therapiekonzept
  • Deutlich überdurchschnittliche Personalbesetzung
  • BAR-zertifiziert durch den Fachverbund Sucht, letztmals 2020
  • Rund um die Uhr ein Arzt im Haus
  • 45 Einzelzimmer, 8 davon klimatisiert
  • Zugelassenes Krankenhaus im Bereich der Entgiftung

Antibiotika und Alkohol: Mögliche Wechselwirkungen und andere Risiken

Jeder kennt sie und nahezu jeder hat sie bereits ein- oder mehrmals eingenommen: Antibiotika sind aus der Medizin schon längst nicht mehr wegzudenken und können bei schweren Infektionen lebensrettend wirken. Je nach Medikament können allerdings unerwünschte Nebenwirkungen wie Magen-Darm-Beschwerden oder Durchfall auftreten. Ebenfalls kann es zu einer Wechselwirkung mit anderen Arzneimitteln oder Alkohol kommen. Im schlimmsten Fall kann eine Kombination aus Antibiotika und Alkohol einen Antabus-Effekt oder Leberschäden nach sich ziehen.

Was sind Antibiotika und wie wirken sie?

Antibiotika und Alkohol: Wie wirken Antibiotika?

Antibiotika sind verschreibungspflichtige Medikamente, die zur Behandlung bakterieller Infektionskrankheiten eingesetzt werden. Um eine möglichst schnelle Besserung der Symptome zu erzielen, müssen sie üblicherweise über mehrere Tage exakt nach den Vorgaben des behandelnden Arztes eingenommen werden, selbst wenn eine Besserung der Symptome häufig schon nach wenigen Stunden eintritt.

Um die Infektion vollständig auszuheilen, ist es wichtig, dass der bakterielle Erreger durch den Wirkstoff komplett eliminiert wird. Das funktioniert nur, wenn die Einnahme des Medikaments über den gesamten vorgegebenen Zeitraum erfolgt. Bei einem vorzeitigen Abbruch, etwa weil die Symptome der Erkrankung abgeklungen sind, können die Bakterien wieder erstarken und Resistenzen gegen das Mittel ausbilden. Damit das Antibiotikum seine volle Wirkung entfalten kann, ist es bei einigen Präparaten zudem wichtig, bestimmte Verhaltensweisen zu unterlassen, wie zum Beispiel den Genuss von Milch oder alkoholischen Getränken.

Die meisten Antibiotika basieren auf Naturstoffen. So waren zum Beispiel Schimmelpilze der Gattung Penicillium das erste Antibiotikum, dass in der Wissenschaft näher beschrieben wurde. Heute werden auch teil- oder vollsynthetisch hergestellte antimikrobielle Substanzen zur Behandlung von Krankheiten verwendet, die durch bakterielle Erreger ausgelöst werden. Die Wirkung der verschiedenen Antibiotika ist immer ähnlich. Sie hemmen das Wachstum oder die Ausbreitung (bakteriostatisch) infektionsauslösender Bakterien im Körper oder töten diese vollständig ab (bakterizid). Eingesetzt werden Antibiotika zur Behandlung von Erkrankungen wie Blasen-, Mandel- oder Lungenentzündungen. Ebenso lassen sich Chlamydien, Milzbrand oder Pest mithilfe antibiotischer Pillen bekämpfen.

Warum sollte man keinen Alkohol trinken, wenn man Antibiotika nimmt?

Wer mit einer bakteriellen Infektion zum Arzt geht und sich untersuchen lässt, leidet in der Regel an verschiedenen Symptomen. Vom bakteriellen Infekt geschwächt, gilt es die Heilungskräfte des Körpers zu mobilisieren und zusätzliche Belastungen zu vermeiden. Zu diesen gehört auch Alkohol, der durch seine nerven- und zellschädigende Wirkung den Organismus zusätzlich schwächt. Unabhängig davon, ob einem Patienten die Einnahme eines Antibiotikums verordnet wird oder nicht, sollte daher bei einer Erkältung oder einer akuten anderen Erkrankung immer darauf verzichtet werden, Alkohol zu trinken. Ein weiterer Grund dafür, dass bestimmte Antibiotika und Alkohol sich nicht gut vertragen, liegt an den Wechselwirkungen beider Substanzen.

Was passiert, wenn man Alkohol trinkt und Antibiotika einnimmt?

Welche Folgen beim gleichzeitigen Konsum von Alkohol und Antibiotika vorkommen, ist abhängig vom Inhaltsstoff des Antibiotikums und dem Ort der Verstoffwechselung. Diese findet entweder in der Leber oder der Niere statt. Es liegt auf der Hand, dass Substanzen, die gemeinsam mit dem Alkohol in der Leber abgebaut werden, besonders häufig Wechselwirkungen hervorrufen. So dürfen bestimmte Wirkstoffe auf keinen Fall mit Alkohol kombiniert werden. Bei anderen Medikamenten kann der gleichzeitige Konsum von Antibiotika und Alkohol mit einer verminderten Wirksamkeit einhergehen.

Metronidazol und Alkohol

Der Wirkstoff Metronidazol ist ein Antibiotikum, das relativ häufig verschrieben wird und nicht gemeinsam mit alkoholischen Getränken eingenommen werden sollte. Es kommt bei bakteriellen Infektionen im Hals-Nasen-Ohren-Bereich ebenso zum Einsatz wie bei Infekten an den weiblichen Geschlechtsorganen sowie in einigen spezifischen Anwendungsfeldern in der Dermatologie. Medikamente mit Metronidazol blockieren im Körper das Enzym Aldehyddehydrogenase (ALDH), welches für den Alkoholabbau im Organismus essenziell ist. Fehlt dieses Enzym oder ist nicht in ausreichendem Maße vorhanden, kann die Umwandlung des toxischen Acetaldehyds in Essigsäure nicht oder nur vermindert erfolgen. Bei gleichzeitiger Einnahme von Metronidazol und Alkohol kann es zu folgenden Nebenwirkungen kommen:

  • Übelkeit und Erbrechen
  • Hautrötungen
  • Kältegefühl in Armen und Beinen
  • Kopfschmerzen
  • Herzrasen
  • Blutdruckabfall
  • Herzenge und Herzinfarkt

Ähnliche Effekte treten bei Wirkstoffen wie Tinidazol, Cotrimoxazol, Cefamandol, Nitrofurantoin oder Cefotetan auf. Weil diese Nebenwirkungen noch einige Tage nach der Einnahme der Arzneimittel auftreten können, sollten zwischen der letzten Antibiotika-Einnahme und dem ersten Alkoholkonsum mindestens 3 Tage liegen. Bitte denken Sie daran, dass Alkohol ebenso in einigen Mundspülungen oder Arzneitropfen enthalten sein kann.

Doxycyclin und Alkohol

Auch während der Einnahme des Breitband-Antibiotikums Doxycyclin, das u. a. zur Behandlung von Chlamydien, Atemwegserkrankungen, Pest, Borreliose und Milzbrand eingesetzt wird, sollte auf Alkoholika verzichtet werden. Schließlich verstärkt sich durch den gleichzeitigen Alkoholabbau die Aktivität der Leber, so dass der Arzneistoff schneller abgebaut wird und es zu einer verringerten Wirkstoffmenge im Körper kommt. Die Bakterien können sich dementsprechend ungehindert ausbreiten; schlimmstenfalls kann es zu einer Antibiotika-Resistenz kommen. Ähnliches tritt auf, wenn Patienten Erythromycin zusammen mit Alkohol einnehmen.

Welche Antibiotika vertragen sich mit Alkohol?

Eine Antibiotika-Therapie mit gleichzeitigem Alkoholkonsum ist nie unbedenklich. Dem Wirkstoff Cefuroxim wird zwar nachgesagt, sich gut mit Alkohol zu vertragen, dennoch wird dem Körper durch Alkohol Energie entzogen, die besser zur Krankheitsbewältigung genutzt werden sollte. Selbst wenn das verschriebene Antibiotikum in der Packungsbeilage keinen Hinweis auf den Umgang mit Alkohol vorweist, sollte der Konsum der schnellen Genesung zuliebe unterlassen werden. Im Zweifelsfall konsultieren Sie bitte den behandelnden Arzt.

Was tun, wenn man trotz Antibiotika-Behandlung nicht auf Alkohol verzichten kann?

Wer trotz schwerwiegender Erkrankung und begleitender Antibiotika-Gabe nicht auf den Genuss von Alkohol verzichten kann oder möchte, sollte sein Trinkverhalten intensiv überdenken. Möglicherweise liegen bereits ein chronischer Alkoholmissbrauch oder eine Alkoholsucht vor. Beides kann langfristig zu einer Schwächung des Immunsystems führen, wodurch Infektionen und andere Erkrankungen zunehmend häufiger auftreten. Sprechen Sie in diesem Fall mit Ihrem Arzt über das Thema sowie Ihre Befürchtungen.

Wird eine Alkoholabhängigkeit diagnostiziert, gilt es rasch zu handeln, um Körper und Seele vor Folgeschäden zu bewahren. So empfiehlt sich neben der körperlichen Entgiftung eine psychische Entwöhnung in einer qualifizierten Suchtklinik. Um eine langfristige Abstinenz zu gewährleisten, sollte sich dem Alkoholentzug immer eine umfassende ambulante Nachsorge anschließen.

Sie haben Interesse an unserem Angebot?
Jetzt unverbindliches Beratungsgespräch anfordern





    Bitte beachten Sie unsere Angaben zum Datenschutz.