Alkoholiker: Ab wann ist eine Therapie sinnvoll?

Auch wenn es im ersten Moment paradox klingt: Ab wann man ein Alkoholiker ist, muss im Zusammenhang mit Alkoholismus nicht immer die wichtigste Frage sein. Denn auch wenn der Suchtcharakter noch nicht stark ausgeprägt ist, kann ein erhöhter Alkoholkonsum schädlich sein und negative Folgen für Körper, Psyche und Sozialleben haben. Umso sinnvoller ist es für Betroffene, möglichst frühzeitig die Reißleine zu ziehen und gegebenenfalls mit einer Therapie zu beginnen.
Qualifizierte Therapie besteht aus Entgiftung und Entwöhnung
Nicht empfehlenswert ist ein kalter Entzug in Eigenregie – vor allem, wenn regelmäßig große Mengen Alkohol getrunken werden. Denn in diesem Fall können Entzugserscheinungen auftreten, die schlimmstenfalls lebensgefährlich werden können. Besser ist eine qualifizierte Therapie inklusive Entgiftung und Entwöhnung. Denn um eine langfristige Alkoholabstinenz erreichen zu können, müssen Betroffene nicht nur mit dem Trinken aufhören, sondern auch etwas in ihrem Verhalten ändern.
Angehörige können unterstützen
Oftmals reflektieren Betroffene ihren eigenen Alkoholkonsum wenig bis gar nicht. Angehörigen fällt das Alkoholproblem dagegen häufig viel früher auf. Auch sie fragen sich deshalb, ab wann man Alkoholiker ist und wie man einen Alkoholsüchtigen unterstützen kann.
Hilfreich ist es, das Gespräch mit dem Betroffenen zu suchen. Eine offene, wohlwollende Atmosphäre ist entscheidend, denn Vorwürfe und Kritik provozieren beim Gegenüber meist eine Abwehrhaltung. Hilfsangebote, etwa bei der Kontaktaufnahme mit einer Suchtklinik, können den Betroffenen dabei helfen, Ängste und Scham zu überwinden.
Wer sich als Angehöriger unsicher ist, wann man Alkoholiker ist, kann sich beraten lassen. Viele Kliniken, die einen Alkoholentzug anbieten, offerieren auch spezielle Angehörigenseminare. Ähnliches gilt für Suchtberatungsstellen.