Wenn mehrere Erkrankungen aufeinandertreffen
Ein krankhaft hoher Substanzkonsum belastet Körper und Psyche auf mehreren Ebenen. So beeinflusst seine Wirkung zum Beispiel die Ausschüttung von Neurotransmittern und damit das empfindliche Gleichgewicht des zentralen Nervensystems, was den Betroffenen seelisch aus der Balance bringen kann. Als Folge entsteht ein erhöhtes Risiko für Störungen psychischer Art. Gleichzeitig müssen bei einem hohen Konsum von Alkohol, Medikamenten oder Drogen auch innere Organe wie die Leber Höchstleistungen erbringen, um die toxische Substanz abzubauen und aus dem Körper zu transportieren. Das kann zu diversen körperlichen Erkrankungen führen. Häufige Begleiterkrankungen körperlicher Natur sind unter anderem Diabetes, Bluthochdruck oder eine Lebererkrankungen. Unabhängig davon, ob es sich um eine physische oder psychiatrische Komorbidität handelt, müssen sowohl die Suchterkrankung als auch die Begleiterkrankung parallel behandelt werden, um die durch die Suchttherapie erreichte Abstinenz im Alltag dauerhaft zu stabilisieren.
Komorbiditäten können in körperliche und psychische Begleiterkrankungen unterteilt werden. Physische oder organische Erkrankungen sind zum Beispiel Herz-Kreislauf-Erkrankungen oder eine Fettleber. Zu den psychischen Störungen und Symptomen, die im Zusammenhang mit einer Alkohol-, Drogen- oder Medikamentensucht stehen, gehören depressive Störungen, Angst- und Panikstörungen, Persönlichkeitsstörungen oder auch psychotische Störungen. Statistiken zeigen, dass jeder dritte Patient, der unter einer Störung durch Substanzkonsum leidet, von mindestens einer weiteren psychischen Störung betroffen ist.