Alkoholismus-Test

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Aktualisiert am: 25.10.2024
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Alkoholismus-Test: alles Wichtige in 30 sec.

  • Online-Alkoholsucht-Test zur ersten Selbsteinschätzung
  • Testverfahren werden auch bei ärztlichen Diagnosen angewandt
  • Die meisten Tests basieren auf Selbstauskunft der Betroffenen
  • Ehrliche Beantwortung der Fragen ist für aufschlussreiche Ergebnisse essenziell
  • Können durch labortechnische Untersuchungen ergänzt werden

Inhalt

    Was ist ein Alkoholismus-Test?

    Unter dem Begriff Alkoholismus- oder Alkoholsucht-Test versteht man verschiedene Testverfahren, mit deren Hilfe bestimmt werden kann, ob jemand an einer Alkoholabhängigkeit leidet. Die Testverfahren werden in der medizinischen Praxis nicht einheitlich angewandt. Sie ermöglichen lediglich eine Annäherung an die konkrete Frage, ob jemand Alkoholiker ist, denn die meisten Alkoholiker-Tests basieren auf Selbstangaben der Betroffenen. Hier besteht das Risiko, dass die Antworten aus Scham oder Angst vor Stigmatisierung geschönt werden.

    Selbsttest Alkoholabhängigkeit

    AUDIT (Alcohol Use Disorders Identification Test Babor et al., 2001)

     

    Wie aussagekräftig sind Online-Selbsttests?

    Einige Alkoholismus-Tests können als Selbsttest durchgeführt werden – etwa, wenn sich jemand die Frage stellt, ob er zu viel Alkohol trinkt. Hier gilt jedoch dieselbe Einschränkung: Nur wenn der Selbsttest ehrlich beantwortet wird, kann die Einschätzung zum Alkoholkonsum bzw. zu einer möglichen Alkoholabhängigkeit realistisch sein.

    Wofür eignet sich ein Alkoholismus-Test?

    Bin ich Alkoholiker? Diese Frage stellen sich viele Menschen, die regelmäßig Alkohol in größeren Mengen trinken. Sie bemerken vielleicht, dass ihr Alkoholkonsum sich verändert hat und sie mehr trinken, ihnen fehlt jedoch die Grundlage für eine realistische Einschätzung. Mithilfe eines Alkohol-Selbsttests können sie den eigenen Konsum objektiver bewerten und gegebenenfalls die nötigen Maßnahmen, wie zum Beispiel einen Alkoholentzug, umsetzen. Alkoholismus-Tests erfolgen auch im Rahmen der medizinischen Diagnostik beim Arzt.

    Können Angehörige einen Alkoholismus-Test stellvertretend ausfüllen?

    Oft sind es nicht die Betroffenen selbst, sondern deren Angehörige, die einen problematischen Alkoholkonsum zuerst bemerken. Wer befürchtet, dass ein Partner, Freund oder Verwandter unter einer Alkoholsucht leidet und zu viel trinkt, kann mithilfe von Tests das Risiko einer Alkoholsucht etwas besser einschätzen und ggf. auch mit dem Betroffenen ins Gespräch über das Trinkverhalten gehen.

    Wie ist eine Alkoholabhängigkeit nach ICD-10 definiert?

    Suchtkompendium: Was ist ein Alpha-Trinker?

    Die meisten Alkoholismus-Tests basieren auf den Kriterien, die im ICD-10, dem internationalen Diagnosemanual der WHO, vorgestellt werden. Von den sechs beschriebenen Kriterien müssen mindestens drei im vergangenen Jahr erfüllt gewesen sein, damit der Alkoholsucht-Test als positiv bewertet wird. Ein positives Ergebnis bedeutet in diesem Zusammenhang, dass zu viel Alkohol getrunken wird bzw. bereits das Risiko einer Alkoholabhängigkeit vorliegt.

    • starkes, unüberwindbar scheinendes Verlangen nach Alkohol (Craving)
    • zunehmender Kontrollverlust über Menge, Beginn, Dauer und Ende des Konsums
    • reduzierte Trinkmenge oder Abstinenz führen zu körperlichen und/oder psychischen Entzugserscheinungen
    • Toleranzentwicklung mit Trinkmengensteigerung
    • zunehmende Priorisierung von Alkohol im Vergleich zu anderen Lebensbereichen
    • Fortführung des Alkoholkonsums trotz negativer Folgen

    Alkoholismus-Tests mit Fragebögen (Selbsteinschätzung)

    Ab wann ist man Alkoholiker? Es existiert eine Reihe von Alkoholismus-Tests, die auf Basis einer Selbsteinschätzung des Betroffenen durchgeführt werden. Im Rahmen einer offiziellen Diagnose wird der entsprechende Fragebogen gemeinsam mit einem Arzt ausgefüllt. Man kann sie jedoch auch wie einen Selbsttest in Eigenregie verwenden. Dies gilt besonders für den AUDIT bzw. AUDIT-C-Test. Einige der gängigsten alkoholsüchtig-Tests werden nachfolgend kurz vorgestellt.

    AUDIT-Test bzw. AUDIT-C-Test

    Beim AUDIT-Test (Alcohol Use Disorders Identification Test) handelt es sich um ein auf Selbsteinschätzung basierendes Testverfahren, das im Auftrag der WHO entstanden ist. Es soll dabei helfen, einen problematischen Alkoholkonsum möglichst frühzeitig aufzudecken.

    Der Test gliedert sich in 10 Fragen rund um den eigenen Konsum von Alkohol, bei denen maximal 40 Punkte erreicht werden können. Statistiken zeigen, dass 92 % aller Menschen mit einem gefährlichen Alkoholkonsum einen Punktwert von 8 oder mehr hatten1. Eine verkürzte Version ist der AUDIT-C-Test, der lediglich drei Fragen zum Konsum von Alkohol enthält.

    CAGE-Test

    Der CAGE-Test ist ein ebenfalls beliebtes Screeningverfahren, um Erkenntnisse über einen möglicherweise problematischen Alkoholkonsum zu erlangen. Er wurde bereits in den 1970er Jahren entwickelt und besteht lediglich aus vier Fragen. Diese betreffen nicht allein den Konsum von Alkohol per se, sondern auch die Gefühle, die mit dem Trinken assoziiert werden. Bei mindestens zwei mit „ja“ beantworteten Fragen besteht das Risiko für Alkoholmissbrauch oder eine Alkoholabhängigkeit2.

    MALT-Test

    Der Münchner Alkoholismus-Test (MALT) beruht nicht allein auf einer Selbsteinschätzung des möglichen Alkoholikers. Stattdessen handelt es sich um einen zweigeteilten Test, bei dem neben der Eigenbeurteilung durch den Patienten, auch anamnestische Daten für die Diagnose durch den Arzt (Fremdbeurteilung) erhoben werden. Daher ist er als Selbsttest nicht geeignet. Der MALT-Test ist als Alkoholismus-Test deutlich umfangreicher als andere Alkohol-Tests (24 Items Selbstbeurteilung, 7 Items Fremdbeurteilung)3. Damit liefert er wesentlich differenziertere Ergebnisse.

    LAST-Test

    Der Lübecker Alkoholabhängigkeit- und missbrauch-Screening-Test (LAST) ist ein kurzer Screening-Test, der lediglich 7 Fragen umfasst. Die Antwortmöglichkeiten beschränken sich auf „ja“ und „nein“. Er wurde speziell für die Nutzung in medizinischen Einrichtungen entwickelt und basiert auf Selbstaussagen des Patienten. LAST wird häufig als Zwischenstufe zwischen CAGE und MAST beschrieben.

    Labordiagnostik als Erweiterung zum Alkoholsucht-Test

    Nicht nur die Selbstaussagen von Patienten können Aufschluss über das Trinkverhalten und die Menge an Alkohol geben, die sie regelmäßig trinken. Es existieren auch verschiedene Laborwerte, die beim Verdacht auf eine Alkoholabhängigkeit für Aufklärung sorgen können. Hierzu gehören sogenannte Zustands- und Verlaufsmarker, die etwa im Urin, im Blut oder sogar in den Haaren nachgewiesen werden können. Auch die Leberwerte sind ein wichtigstes diagnostisches Indiz für den Missbrauch von Alkohol.

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      Quellenangaben

      Quellenliste

      1 Saunders JB, Aasland OG, Babor TF, de la Fuente JR, Grant M. Development of the Alcohol Use Disorders Identification Test (AUDIT): WHO Collaborative Project on Early Detection of Persons with Harmful Alcohol Consumption–II. Addiction. 1993 Jun;88(6):791-804. doi: 10.1111/j.1360-0443.1993.tb02093.x. PMID: 8329970, https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/8329970/ (Datum des Zugriffs: 19.06.2023)

      2 Blaues Kreuz Wien und Wien-Umgebung, https://alkoholhilfe.at/wp-content/uploads/2018/06/INFO-Test-CAGE.pdf (Datum des Zugriffs: 19.06.2023)

      3 Dybek I., F. „Screening-Verfahren zur Entdeckung alkoholbezogener Störungen in Allgemeinarztpraxen: Reliabilität und Validität des AUDIT, AUDIT-C und LAST“, Dissertation, Universität Lübeck 2008, S. 22, https://d-nb.info/995572267/34 (Datum des Zugriffs: 19.06.2023)

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