Alkoholabhängigkeit

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Aktualisiert am: 27.07.2023
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Alkoholabhängigkeit: alles Wichtige in 30 sec.

  • Alkoholabhängigkeit ist eine Krankheit mit schwerwiegenden Folgen
  • Rund 5 Prozent der Österreicher gelten als alkoholabhängig
  • Entstehung verläuft individuell – genetische und soziale Faktoren sind beteiligt
  • Alkoholismus kann körperliche, psychische und soziale Schäden auslösen
  • Professionelle Behandlung besteht aus Entgiftung, Entwöhnung und Nachsorge
Inhalt

    Was ist eine Alkoholabhängigkeit?

    Alkoholabhängigkeit (auch Alkoholsucht oder Alkoholismus) ist eine Erkrankung, die unter anderem durch einen chronischen Alkoholkonsum gekennzeichnet ist. Betroffene spüren ein starkes Verlangen nach dem Konsum der rauscherzeugenden Substanz, dem sie sich kaum widersetzen können. Sie trinken trotz negativer Konsequenzen und wenn sie nicht trinken, leiden sie unter Entzugserscheinungen.

    Welche Folgen kann eine Alkoholabhängigkeit haben?

    Eine Alkoholabhängigkeit kann gravierende körperliche, psychische und soziale Folgen haben. Eine professionelle Therapie in einer Suchtklinik, die sich aus Entgiftung, Entwöhnung und Nachsorge zusammensetzt, kann jedoch helfen, den Alkoholismus zu überwinden.

    Woran erkennt man eine Alkoholabhängigkeit?

    Alkoholabhängigkeit: Entstehung

    Obwohl viele Menschen, eine Alkoholsucht noch immer als Charakterschwäche definieren, ist sie eine offiziell anerkannte Krankheit. Als solche wird sie auch im ICD-10, dem international verwendeten Diagnosemanual geführt. Darin werden die wichtigsten Kriterien, anhand derer sich eine Alkoholabhängigkeit erkennen lässt, aufgelistet:

    • Alkoholiker erleben ein starkes Verlangen nach Alkoholkonsum.
    • Andere Lebensbereiche wie Familie, Job oder Freunde werden zunehmend vernachlässigt.
    • Es bildet sich eine Alkoholtoleranz aus, aufgrund derer immer mehr und häufiger getrunken wird.
    • Der Konsum von Alkohol gerät zunehmend außer Kontrolle (Trinkzeitpunkt/Trinkmenge).
    • Wird der Alkoholkonsum unterbrochen, treten Entzugserscheinungen
    • Der Konsum wird fortgesetzt, obwohl negative Konsequenzen sich nicht mehr leugnen lassen.

    Wichtig: Um die Diagnose Alkoholsucht stellen zu können, müssen nicht alle der obigen Kriterien erfüllt sein. Es genügt, wenn mindestens drei der Merkmale im letzten Jahr gemeinsam aufgetreten sind.

    Wie viele leiden unter einer Alkoholabhängigkeit in Österreich?

    Österreich ist eines der europäischen Länder, das im internationalen Vergleich mit einem durchschnittlichem Pro-Kopf-Konsum abschneidet. Österreich landet laut „The European Health Report 2021“ der WHO auf Platz 161. Nichtsdestotrotz ist die Zahl der Menschen, die hierzulande einen riskanten Alkoholkonsum pflegen oder bereits an einer Alkoholabhängigkeit leiden, hoch. So gelten 5 Prozent der Bevölkerung ab 15 Jahren als alkoholabhängig2. Dabei sind Männer von der Diagnose deutlich häufiger betroffen als Frauen.

    Was sind die Ursachen für eine Alkoholabhängigkeit?

    Die Alkoholsucht ist eine komplexe Erkrankung, für deren Entstehung normalerweise nicht ein einzelner ursächlicher Faktor verantwortlich ist. Experten sprechen von einem multifaktoriellen Entstehungsmodell, bei dem verschiedene Aspekte und Risikofaktoren einen großen Einfluss haben können.

    Genetische, psychische, soziale und biographische Einflussfaktoren

    • genetische Disposition
    • (psychische) Erkrankungen
    • individuelle Familiengeschichte
    • belastende Ereignisse (Traumata)
    • frühzeitiger Alkoholkonsum (in jungen Jahren)
    • Erwartungen an die Wirkung von Alkohol

    Individuelle Wirkung von Einflussfaktoren

    Ob und welche der obigen Faktoren bei der Entstehung einer Alkoholsucht eine Rolle spielen, unterscheidet sich von Alkoholiker zu Alkoholiker. Zudem ist die Forschung zu Alkoholismus noch lange nicht abgeschlossen. Forscher finden zum Beispiel immer wieder neue Hinweise aus der Neurobiologie oder der Genforschung, die neue Erklärungsansätze für die Krankheit Alkoholabhängigkeit liefern.

    Was passiert bei einer Alkoholabhängigkeit im Körper?

    Viele Menschen, die von Alkohol abhängig sind, erhoffen sich vom Konsum der rauscherzeugenden Substanz eine bestimmte Wirkung. Alkohol entspannt, lässt Sorgen und Stress verschwinden, macht gesellig und hebt die Laune. Diese Wirkungen basieren darauf, dass Alkohol als psychoaktive Substanz einen direkten Einfluss auf die Produktion, Weiterleitung und Aufnahme von bestimmten Neurotransmittern hat.

    Alkoholwirkung und das Belohnungssystem

    Alkohol spricht unter anderem das mesolimbische Belohnungssystem an. Alkoholkonsum führt zu einer verstärkten Ausschüttung von Dopamin und schürt dadurch die Ausbildung eines extremen Verlangens nach Alkohol. Vereinfacht gesagt, liegt das daran, dass im Gehirn eine Verbindung zwischen Alkoholkonsum und angenehmen Gefühlen (aufgrund der Dopaminausschüttung) hergestellt wird3.

    Steigerung des Alkoholkonsums

    Um die positiven Effekte des Konsums zu erleben, wird der Alkoholkonsum stetig ausgeweitet. Wichtig: Alkohol entfaltet im Gehirn des Menschen noch viele weitere Wirkungen, die ebenfalls die Entstehung einer Alkoholsuchtnachhaltig beeinflussen können.

    Welche Auswirkungen hat eine Alkoholabhängigkeit?

    Alkohol ist eine toxische Substanz. Mit jedem Schluck, den Alkoholiker trinken, fügen sie ihrem Körper und ihrer Psyche massiven Schaden zu. Und auch für das soziale Leben ist der Alkoholismus schädlich.

    Körperliche Auswirkungen von Alkoholismus

    Alkohol erhöht nachweislich das Risiko, an Krebs zu erkranken. Mehr als 4 Prozent aller jährlich neu auftretenden Krebserkrankungen sind auf Alkoholkonsum zurückzuführen4. Darüber hinaus schädigen Alkoholiker ihre Leber, denn diese wird durch den permanenten Alkoholabbau stetig in Mitleidenschaft gezogen. Es drohen Leberverfettung und Leberzirrhose. Für Erkrankungen des Magen-Darm-Traktes sowie des Herz-Kreislauf-Systems haben Alkoholiker ebenfalls ein erhöhtes Risiko. Selbiges gilt für eine schnellere Alterung des Gehirns5. Weitere körperliche Krankheiten und Schäden, die durch Alkoholismus ausgelöst werden können:

    • Polyneuropathie
    • Bauchspeicheldrüsenentzündung
    • chronische Nierenerkrankung
    • Demenz
    • Schlaganfall
    • Übergewicht
    • Korsakow-Syndrom bzw. Wernicke-Korsakow-Syndrom

    Psychische Auswirkungen von Alkoholismus

    Wer Alkohol in gesundheitsgefährdenden Mengen trinkt, sorgt dafür, dass die chemische Balance im zentralen Nervensystem permanent durcheinandergerät. Das hat auch Auswirkungen auf die Psyche. Depressionen, Angststörungen, Schlafprobleme, Persönlichkeitsstörungen oder weitere Substanzstörungen – all das kann eine Folge des eigenen Alkoholkonsums sein. Besonders problematisch: In vielen Fällen sorgen die psychischen Begleiterscheinungen der Alkoholsucht dafür, dass Alkoholiker noch mehr trinken bzw. nicht vom Alkohol loskommen.

    Soziale Auswirkungen von Alkoholismus

    Alkoholiker verlieren häufig zunehmend das Interesse an Lebensbereichen, die nichts mit Alkohol zu tun haben bzw. sie am Alkoholkonsum hindern. Wer trinkt, hat zudem häufig Probleme, sich an Regeln und Vorgaben zu halten. Deshalb geraten viele Alkoholiker mit der Zeit in Schwierigkeiten am Arbeitsplatz. Es kommt zu Problemen in der Familie und im Freundeskreis. Nicht selten ziehen Betroffene sich irgendwann sozial immer stärker zurück, geraten sogar ins soziale Abseits.

    Auswirkungen der Alkoholsucht auf die Gesellschaft

    Neben diesen persönlichen sozialen Folgen der Alkoholabhängigkeit ist die Krankheit auch auf gesellschaftlicher Ebene ein Problem. Alkohol am Arbeitsplatz kann die Unfallgefahr erhöhen und führt zu erheblichen Produktivitätseinbußen. Der Schaden, bzw. die Höhe des fehlenden Bruttoinlandsprodukts wird mit 442 Millionen Euro pro Jahr beziffert6.

    Was kann man gegen Alkoholabhängigkeit tun?

    Viel zu häufig sehen Alkoholabhängige keinen Ausweg aus ihrer Situation. Nicht wenige haben bereits (mehrfach) versucht, mit dem Trinken aufzuhören, sind jedoch an den Entzugserscheinungen gescheitert oder bereits nach kurzer Zeit wieder rückfällig geworden.

    Alkoholabhängige sollten daher nicht versuchen, die körperliche und psychische Abhängigkeit allein und ohne Hilfe zu überwinden. Es gibt effektive Behandlungen, mit Aussicht auf eine dauerhafte Alkoholabstinenz. Eine solche Behandlung besteht aus drei Phasen: Entgiftung, Entwöhnung, Nachsorge.

    1. Entgiftung bei Alkoholkrankheit

    Der erste Schritt aus der Abhängigkeit beginnt mit der körperlichen Entgiftung. Die dabei auftretenden Entzugserscheinungen werden von vielen Betroffenen als sehr belastend wahrgenommen. Im Rahmen einer professionellen Therapie können die Entzugssymptome allerdings mit einer angepassten medikamentösen Behandlung gelindert werden. Eine solche, umfassende medikamentöse Behandlung ist vor allem bei einer stationären Therapie gegeben. Zwar können auch bei einem ambulanten Entzug Medikamente verordnet werden, jedoch sind nicht alle gut wirksamen Arzneimittel aus dem stationären Setting auch für den ambulanten Gebrauch zugelassen.

    2. Entwöhnung bei Alkoholkrankheit

    Damit die Behandlung langfristig dazu führt, dass Betroffene keinen Alkohol mehr trinken, müssen die Alkoholabhängigen neue Strategien im Umgang mit Konflikten erlernen, ihre eigene Suchthistorie verstehen und aufarbeiten sowie aktive Rückfallprophylaxe betreiben. All das lernen sie in einer (stationären) Therapie während der Entwöhnung. Hier werden auf Wunsch auch Familienangehörige eingebunden und (psychiatrische) Komorbiditäten mitbehandelt.

    3. Nachsorge bei Alkoholkrankheit

    Nach Abschluss der Therapie kehren die Suchtkranken in ihren Alltag zurück. Für viele von ihnen ist das eine enorme Herausforderung, weil sie mit etlichen Situationen konfrontiert werden, die das Suchtverlangen triggern können. Deshalb ist eine ambulante Nachsorge wichtig, um auch nach der Therapie nicht wieder rückfällig zu werden. Die Behandlung bei einem niedergelassenen Psychotherapeuten oder die Teilnahme an Selbsthilfegruppen kommen gleichermaßen in Frage.

    Ihr Kontakt zur My Way Betty Ford Klinik

    Sie möchten mit dem Trinken aufhören und Ihren Alkoholismus bekämpfen? Die My Way Betty Ford Klinik in Deutschland bietet Ihr bewährtes Behandlungskonzept für einen sanften Entzug auch für Patienten aus Österreich an. Konkret bieten wir Ihnen:

    • ein langjährig bewährtes und zertifiziertes Therapiekonzept
    • die Entgiftung und Entwöhnung in einem Behandlungsschritt
    • maximale Diskretion und Anonymität durch Aliasnamen
    Person steigt eine Treppe herauf und hält eine Fahne in der Hand. Auf einem Schild steht JA zum suchtfreien Leben.




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      Quellenangaben

      Quellenliste

      1 The European Health Report 2021. Taking stock of the health-related Sustainable Development Goals in the COVID-19 era with a focus on leaving no one behind. Copenhagen: WHO Regional Office for Europe; 2022. Licence: CC BY-NC-SA 3.0 IGO. S. 50, https://www.who.int/europe/publications/i/item/9789289057547 (Datum des Zugriffs: 19.06.2023)

      2 Österreichische Dialogwoche Alkohol „Zahlen & Fakten“, https://www.dialogwoche-alkohol.at/wissen/zahlen-fakten/ (Datum des Zugriffs: 19.06.2023)

      3 Mann, Karl et al. „Serie ­– Alkoholismus: Neurobiologie der Alkoholabhängigkeit“, Dtsch Arztebl 2001; 98(36): A-2279 / B-1967 / C-1832, https://www.aerzteblatt.de/archiv/28498/Serie-Alkoholismus-Neurobiologie-der-Alkoholabhaengigkeit (Datum des Zugriffs: 19.06.2023)

      4 dkfz. Deutsches Krebsforschungszentrum in der Helmholtz-Gemeinschaft „Krebsrisiko Alkohol – auch in geringen Mengen nicht unbedenklich“, Nr. 10, 24.02.2022, https://www.dkfz.de/de/presse/pressemitteilungen/2022/dkfz-pm-22-10-Krebsrisiko-Alkohol-auch-in-geringen-Mengen-nicht-unbedenklich.php (Datum des Zugriffs: 19.06.2023)

      5 aerzteblatt.de „Alkohol und Tabak lassen das Gehirn schneller altern“, 2020, https://www.aerzteblatt.de/nachrichten/109063/Alkohol-und-Tabak-lassen-das-Gehirn-schneller-altern (Datum des Zugriffs: 19.06.2023)

      6 Czypionka, Thomas et al. „Volkswirtschaftliche Effekte der Alkoholkrankheit. Eine ökonomische Analyse für Österreich“ Projektbericht, Institut für Höhere Studien (IHS), Wien, November 2013, S. 74, https://irihs.ihs.ac.at/id/eprint/2237/1/IHSPR6261112.pdf (Datum des Zugriffs: 19.06.2023)

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