Alkoholabstinenz

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Aktualisiert am: 05.01.2024
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Abstinenz von Alkohol: alles Wichtige in 30 sec.

  • Alkohol ist eine für den Körper toxische Substanz und kann die Gesundheit stark beeinträchtigen.
  • Das Risiko für Krebserkrankungen, Organschäden an Leber und Bauspeicheldrüse und Herz-Kreislauf-Erkrankungen steigt durch den Konsum enorm.
  • Auf Alkoholkonsum zu verzichten oder den Konsum zu reduzieren, ist immer empfehlenswert.
  • Für Menschen mit einer Alkoholabhängigkeit genügt die Konsumreduktion nicht – ihnen hilft nur die dauerhafte Abstinenz (Alkoholkarenz).
  • Der Verzicht auf Alkohol führt zu positiven Effekten für Körper und Psyche.
  • Dauerhafte Alkoholabstinenz lässt sich bei Suchtkranken vielfach nur mit professioneller Entzugstherapie erreichen.
Inhalt

    Was bedeutet Alkoholabstinenz?

    Unter Alkoholabstinenz (Alkoholkarenz) versteht man den kompletten Verzicht auf Alkohol. Menschen, die alkoholabstinent leben, trinken weder alkoholische Getränke, noch nutzen sie Alkohol zur Zubereitung von Speisen. Unterschieden wird meist in drei verschiedene Arten von Alkoholabstinenz:

    • Variante 1: befristete Alkoholabstinenz (zum Beispiel während der Fastenzeit oder Dry January)
    • Variante 2: freiwillige, dauerhafte Alkoholabstinenz (zum Beispiel aus religiösen Gründen)
    • Variante 3: gesundheitlich bedingte dauerhafte Alkoholabstinenz (zum Beispiel bei Alkoholabhängigkeit oder Erkrankungen der Leber)

    Wie sinnvoll ist Alkoholabstinenz?

    Alkohol ist eine psychoaktive Substanz, die zahlreiche negative Auswirkungen für Körper und Psyche haben kann. Auf Alkoholkonsum zu verzichten, ist deshalb aus gesundheitlicher Sicht immer empfehlenswert. Zwar halten sich manche Mythen, nach denen Alkohol in moderaten Mengen auch positive Gesundheitseffekte auslösen kann, noch immer hartnäckig, sie sind jedoch mittlerweile als widerlegt. Mediziner und Forscher sind sich entsprechend einig, dass kein Alkoholkonsum die gesündeste Variante ist.

    Warum ist Alkoholabstinenz bei Alkoholabhängigkeit besonders wichtig?

    Die meisten Menschen trinken Alkohol in unproblematischen Mengen. Sie müssen nicht vollständig auf Alkohol verzichten, da das gesundheitliche Risiko als gering eingestuft wird. Anders sieht es bei Personen aus, die unter einer Alkoholabhängigkeit leiden. Hier steigt das Risiko für schwere Erkrankungen und eine erhöhte Sterblichkeit. Der konsequente Alkoholverzicht bzw. die dauerhafte Alkoholabstinenz ist für sie oft der einzige Weg, sich aus der Suchtspirale zu befreien und ihre körperliche und psychische Gesundheit zu schützen bzw. wiederherzustellen.

    Wie verändert sich der Körper bei Alkoholabstinenz?

    Chronischer Alkoholkonsum belastet Körper und Psyche enorm. Studien zufolge waren allein im Jahr 2020 weltweit rund 741.300 aller neu aufgetreten Krebsfälle auf Alkoholkonsum zurückzuführen. Besonders groß war der Zusammenhang bei Krebsneuerkrankungen und starkem Trinken.1

    Durch die Abstinenz von Alkohol kann das Risiko für eine alkoholbedingte Krebserkrankung gesenkt werden. Und nicht nur das: Viele weitere positive körperliche und psychische Veränderungen machen sich bemerkbar – teilweise schon nach kürzester Zeit.

    Die ersten Tage des Alkoholverzichts – Zugegeben: Viele Menschen, die regelmäßig große Mengen Alkohol trinken, empfinden den Verzicht in der Anfangszeit als unangenehm. Unter Umständen können sich sogar leichte Entzugssymptome bemerkbar machen. Hierzu gehören etwa Schlafstörungen, Gereiztheit, Kopfschmerzen, Magen-Darm-Beschwerden oder depressive Verstimmungen. Für Menschen, die ohnehin nur selten alkoholhaltige Getränke konsumieren und hin und wieder komplette Trinkpausen einlegen, macht sich der Verzicht in den ersten Tagen dagegen meist noch gar nicht bemerkbar.

    Die ersten Wochen des Alkoholverzichts – Schon nach einer Woche Alkoholkarenz verbessert sich die Schlafqualität bei vielen Menschen enorm. Zudem lassen Erschöpfungszustände nach. Die Betroffenen fühlen sich fitter und leistungsbereiter. Im ersten Monat gehen auch alkoholbedingte Magenschmerzen häufig zurück und das Herz-Kreislauf-System wird spürbar entlastet. Auch die Leber kann sich regenerieren: Eine sogenannte alkoholische Fettleber kann sich durch den Alkoholverzicht zurückbilden, wobei verbesserte Leberwerte schon nach rund einem Monat auftreten. Ebenso treten sichtbare körperliche Veränderungen ein: So reduzieren sich etwa alkoholinduzierte Hautunreinheiten und Falten.

    Die ersten Monate des Alkoholverzichts – Nach einigen Monaten werden umfassende positive Auswirkungen der Alkoholkarenz spürbar: Betroffene fühlen sich ausgeglichener sowie emotional stabiler. Alkoholbedingtes Übergewicht reduziert sich, die Schlafqualität und das Immunsystem verbessern sich enorm und auch die inneren Organe erholen sich. Dadurch sinkt auch das langfristige Risiko für zahlreiche alkoholinduzierte Erkrankungen. Überdies haben Betroffene viel mehr Zeit und Energie für andere Dinge im Leben: Neue Hobbys und Aktivitäten steigern die Lebensqualität. Auch vormals durch den Alkoholkonsum ausgelöste Konflikte in der Familie oder im Job lösen sich langfristig auf.

    Wie ist Alkoholabstinenz bei Alkoholabhängigkeit zu erreichen?

    Während es für die meisten Menschen lediglich eine Bereicherung für das eigene Leben ist, auf Alkohol zu verzichten, kann es für Suchtkranke eine lebensverlängernde Maßnahme sein. Denn über kurz oder lang führt die Alkoholabhängigkeit immer zu gravierenden körperlichen und psychischen Problemen. Abstinent vom Alkohol zu werden, ist für Alkoholiker der einzige Weg aus der Sucht. Allerdings können Betroffene nicht einfach von jetzt auf gleich mit dem Trinken aufhören. Die dauerhafte Abstinenz muss gut vorbereitet und medizinisch-therapeutisch begleitet werden.

    Kalter Entzug führt nur selten zur Abstinenz – Viele Alkoholiker möchten ihrer Gesundheit zuliebe mit dem Trinken aufhören, vermeiden aber aus Scham einen professionellen Alkoholentzug unter ärztlicher Aufsicht. Sie entscheiden sich stattdessen für einen kalten Entzug, bei dem sie abrupt mit dem Trinken aufhören. Dieses Vorhaben ist jedoch nur selten von Erfolg gekrönt, da die Entzugserscheinungen die meisten Betroffenen schon nach kurzer Zeit rückfällig werden lassen. Zudem besteht vor allem bei langjährigem, übermäßigem Alkoholkonsum ein hohes Risiko für lebensbedrohliche Entzugserscheinungen wie etwa das Delirium tremens, das unbehandelt eine Letalität von bis zu 30 % aufweist2.

    Alkoholabstinenz mit qualifiziertem Entzug erreichen – Wer unter einer Alkoholabhängigkeit leidet und sich aus dieser befreien möchte, sollte zunächst die erforderliche Entzugs- und Abstinenzmotivation ausbilden. Selbst ein qualifizierter Alkoholentzug in einer Klinik kann nur dann erfolgreich sein, wenn die Betroffenen bereit sind, zukünftig konsequent auf den Alkoholkonsum zu verzichten. Sofern diese Voraussetzung erfüllt ist, ist der zweiphasige Alkoholentzug, der sich aus körperlicher Entgiftung und psychischer Entwöhnung zusammensetzt, für die meisten Menschen der schnellste, einfachste und effektivste Weg aus der Sucht. In einem solchen werden die körperlichen und psychischen Elemente der Erkrankung gleichermaßen behandelt.

    Stationärer Alkoholentzug fördert die Abstinenzquote – Vielen Betroffenen fällt es in der geschützten Umgebung einer Entzugsklinik für Alkohol leichter, den Entzug durchzustehen. Hier werden sie nicht nur medizinisch betreut und erhalten gegebenenfalls eine passende Medikation gegen die Entzugserscheinungen – es erfolgt auch eine intensive Aufarbeitung von Suchtursachen und suchtförderndem Verhalten. Die Betroffenen erhalten so die dringend benötigte Alkoholsucht-Hilfe, um die Abstinenz zu erreichen und mit den richtigen Strategien dauerhaft zu halten.

     

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      Quellenangaben

      1 Rumgay H, Shield K, Charvat H, Ferrari P, Sornpaisarn B, Obot I, Islami F, Lemmens VEPP, Rehm J, Soerjomataram I. Global burden of cancer in 2020 attributable to alcohol consumption: a population-based study. Lancet Oncol. 2021 Aug;22(8):1071-1080. doi: 10.1016/S1470-2045(21)00279-5. PMID: 34270924; PMCID: PMC8324483, https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/34270924/ (Datum des Zugriffs: 13.10.2023)

      2 Maschke M. et al., Delir und Verwirrtheitszustände inklusive Alkoholentzugsdelir, S1-Leitlinie, 2020, in: Deutsche Gesellschaft für Neurologie (Hrsg.), Leitlinien für Diagnostik und Therapie in der Neurologie. Online: www.dgn.org/leitlinien, S. 9, https://register.awmf.org/assets/guidelines/030-006l-S1_Delir-und-Verwirrtheitszustaende-Alkoholentzugsdelir_2022-01.pdf (Datum des Zugriffs: 13.10.2023)

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