Wie ist Alkoholabstinenz bei Alkoholabhängigkeit zu erreichen?
Während es für die meisten Menschen lediglich eine Bereicherung für das eigene Leben ist, auf Alkohol zu verzichten, kann es für Suchtkranke eine lebensverlängernde Maßnahme sein. Denn über kurz oder lang führt die Alkoholabhängigkeit immer zu gravierenden körperlichen und psychischen Problemen. Abstinent vom Alkohol zu werden, ist für Alkoholiker der einzige Weg aus der Sucht. Allerdings können Betroffene nicht einfach von jetzt auf gleich mit dem Trinken aufhören. Die dauerhafte Abstinenz muss gut vorbereitet und medizinisch-therapeutisch begleitet werden.
Kalter Entzug führt nur selten zur Abstinenz – Viele Alkoholiker möchten ihrer Gesundheit zuliebe mit dem Trinken aufhören, vermeiden aber aus Scham einen professionellen Alkoholentzug unter ärztlicher Aufsicht. Sie entscheiden sich stattdessen für einen kalten Entzug, bei dem sie abrupt mit dem Trinken aufhören. Dieses Vorhaben ist jedoch nur selten von Erfolg gekrönt, da die Entzugserscheinungen die meisten Betroffenen schon nach kurzer Zeit rückfällig werden lassen. Zudem besteht vor allem bei langjährigem, übermäßigem Alkoholkonsum ein hohes Risiko für lebensbedrohliche Entzugserscheinungen wie etwa das Delirium tremens, das unbehandelt eine Letalität von bis zu 30 % aufweist2.
Alkoholabstinenz mit qualifiziertem Entzug erreichen – Wer unter einer Alkoholabhängigkeit leidet und sich aus dieser befreien möchte, sollte zunächst die erforderliche Entzugs- und Abstinenzmotivation ausbilden. Selbst ein qualifizierter Alkoholentzug in einer Klinik kann nur dann erfolgreich sein, wenn die Betroffenen bereit sind, zukünftig konsequent auf den Alkoholkonsum zu verzichten. Sofern diese Voraussetzung erfüllt ist, ist der zweiphasige Alkoholentzug, der sich aus körperlicher Entgiftung und psychischer Entwöhnung zusammensetzt, für die meisten Menschen der schnellste, einfachste und effektivste Weg aus der Sucht. In einem solchen werden die körperlichen und psychischen Elemente der Erkrankung gleichermaßen behandelt.
Stationärer Alkoholentzug fördert die Abstinenzquote – Vielen Betroffenen fällt es in der geschützten Umgebung einer Entzugsklinik für Alkohol leichter, den Entzug durchzustehen. Hier werden sie nicht nur medizinisch betreut und erhalten gegebenenfalls eine passende Medikation gegen die Entzugserscheinungen – es erfolgt auch eine intensive Aufarbeitung von Suchtursachen und suchtförderndem Verhalten. Die Betroffenen erhalten so die dringend benötigte Alkoholsucht-Hilfe, um die Abstinenz zu erreichen und mit den richtigen Strategien dauerhaft zu halten.