Alkoholtherapie

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Aktualisiert am: 27.07.2023
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Alkoholtherapie kurz und knapp

  • Alkoholtherapie besteht aus Entgiftung, Entwöhnung und Nachsorge
  • Alkoholismus-Therapie kann ambulant oder stationär durchgeführt werden.
  • Die Behandlung erfolgt im stationären Rahmen multidisziplinär.
  • Begleiterkrankungen sollten direkt mitbehandelt werden.
  • Die Behandlung der Alkoholsucht erfolgt in spezialisierten Privatkliniken mit einer hochfrequenten Therapie.
Inhalt

    Was ist Alkoholtherapie?

    Bei einer Alkoholtherapie handelt es sich um die medizinisch-therapeutische Behandlung einer Alkoholabhängigkeit. Als qualifizierte Entzugsbehandlung setzt sie sich aus Entgiftung, Entwöhnung und Nachsorge zusammen und ist multidisziplinär aufgebaut (ärztliche Begleitung mit individuell angepassten Medikamenten, Psychotherapie, Kreativtherapie, Sporttherapie etc.). Insbesondere die stationäre Alkoholtherapie in einer spezialisierten Entzugsklinik überzeugt mit hohen Erfolgsquoten.

    Wann sollte man ein Alkoholtherapie machen?

    • Wenn der eigene Alkoholkonsum außer Kontrolle gerät,
    • die Gedanken nur noch um das Thema Alkohol kreisen,
    • andere Lebensbereiche zunehmend vernachlässigt werden
    • und sich erste körperliche, psychische und/oder soziale Komplikationen aufgrund des hohen Konsums zeigen,

    ist für Betroffene ein guter Zeitpunkt gekommen, um über eine stationäre oder ambulante Alkoholtherapie nachzudenken. Denn die soeben genannten Kriterien sind typische Anzeichen einer Alkoholsucht.

    Was trägt zum Erfolg einer Alkoholtherapie bei?

    Entscheidend ist, dass die Betroffenen den Wunsch nach einer Veränderung verspüren. Nur wenn sie tatsächlich die Motivation haben, mit dem Trinken aufzuhören und eine Therapie bzw. einen Alkoholentzug zu beginnen, kann diese dazu beitragen, die gewünschten Veränderungen anzustoßen und dem Alkoholismus zu entkommen.

    Was ist Bestandteil einer Alkoholtherapie?

    Wie genau die Therapie bei einer Alkoholsucht aussieht, hängt von verschiedenen Faktoren ab. In der Regel besteht sie aus mehreren Bestandteilen, die individuell aufeinander abgestimmt werden können:

    • Psychotherapie (zum Beispiel (kognitive) Verhaltenstherapie)
    • Sport-, Musik- und Kunsttherapie
    • medikamentöse Behandlung

    Kann man eine Alkoholtherapie auch ambulant durchführen?

    Viele Menschen, die regelmäßig Alkohol trinken, wünschen sich, den Konsum am liebsten von heute auf morgen zu beenden. Und das am besten ohne medizinische oder therapeutische Hilfe. In diesem Fall spricht man von einem kalten Entzug, einem unangenehmen und bisweilen lebensgefährlichen Unterfangen. Denn bei einer derart unkontrollierten Entgiftung können Entzugserscheinungen auftreten, die unbehandelt zum Tode führen können. Eine Alternative ist der ärztlich begleitete ambulante Entzug1.

    Alkoholtherapie: Gespräch in einer Fachklinik

    Keine ambulante Alkoholtherapie bei langjähriger Abhängigkeit

    Allerdings kommt dieser Behandlungsansatz nicht für alle Menschen mit einer Alkoholabhängigkeit in Frage. Besteht ein Risiko für schwere Entzugskomplikationen, etwa weil die Betroffenen bereits seit Jahren einen starken Alkoholkonsum pflegen, ist eine ambulante Alkoholtherapie nicht ratsam, weil bereits die körperliche Entgiftung ein hohes Abbruchpotenzial birgt.

    Erhöhte Rückfallgefahr durch Verbleib im gewohnten Umfeld

    Darüber hinaus ist die ambulante Therapie für viele Patienten mit einer Alkoholabhängigkeit nicht intensiv genug bzw. sie sind währenddessen zu nah an Situationen und Gelegenheiten, in bzw. zu denen sie normalerweise Alkohol getrunken haben. Für die meisten Patienten ist der Weg in die Alkoholabstinenz über eine stationäre Alkoholtherapie deutlich leichter und effektiver.

    Unterschiede zwischen ambulantem und stationärem Entzug

    • Der entscheidende Unterschied zwischen einer ambulanten und einer stationären Therapie bei Alkohol ist, dass die gesamte medizinisch-therapeutische Betreuung bei einer stationären Behandlung deutlich umfassender und individueller auf den Patienten abgestimmt werden kann bzw. das sonstige Umfeld keine Rolle spielt und man sich auf die Therapie konzentrieren kann.
    • Im ambulanten Setting ist bereits die medikamentöse Unterstützung durch einen Arzt nur eingeschränkt möglich, da viele Medikamente, die etwa bei Entzugserscheinungen für Linderung sorgen können, lediglich im stationären Setting zugelassen sind.
    • Auch die therapeutischen Angebote sind in einer Klinik in der Regel umfangreicher. Während bei einer ambulanten Behandlung der Alkoholsucht häufig lediglich ein Termin beim Psychotherapeuten pro Woche möglich ist, können Patienten in einer Klinik mehrfach wöchentlich an Einzel- und Gruppensitzungen teilnehmen. In einer Privatklinik sind sogar bis zu fünfmal wöchentlich Einzel- und Gruppentherapien möglich.

    Wie lange dauert eine Alkoholtherapie?

    Viele Menschen, die einen chronischen Alkoholkonsum pflegen, möchten den Weg aus der Abhängigkeit möglichst schnell meistern. Wie lange die Alkohol Therapie Dauer ist, hängt unter anderem vom Behandlungskonzept ab. Renommierte private Entzugskliniken bieten eine umfassende Therapie binnen 28 Tagen an. Die Option auf eine Verlängerung besteht immer, die meisten Betroffenen sind nach 28 Tagen aber so stabil, dass sie in ein selbstbestimmtes Leben ohne Alkohol zurückkehren können.

    Deutlich länger dauert es meist, wenn man seine körperliche und psychische Alkoholabhängigkeit in einer gesetzlichen Klinik behandeln lässt, da Entgiftung und (psychische) Entwöhnung in unterschiedlichen Einrichtungen stattfinden, zwischen beiden Behandlungsphasen längere Wartezeiten liegen können, sich die Konzepte teilweise sehr stark unterscheiden und die Therapiedichte bei weitem nicht so hoch ist wie in privaten Entzugskliniken.

    Mit welchen Alkohol-Therapie-Kosten muss man rechnen?

    5 Prozent der Menschen ab 15 Jahren gelten in Österreich als alkoholabhängig2. Die dadurch entstehenden Kosten sind enorm. So verursachte Alkoholismus im Jahr 2011 allein 374 Millionen Euro an direkten medizinischen Kosten3. Es überrascht daher nicht, dass die Behandlung bei einer psychischen und körperlichen Alkoholsucht als Kassenleistung gilt. Alle sozialversicherten Menschen haben ein Recht auf die Behandlung ihrer Alkoholabhängigkeit. Die Alkoholtherapie-Kosten hierfür werden übernommen. Das gilt allerdings nicht für die Therapie in einer Privatklinik. Hier müssen die Patienten selbst in die Finanzierung gehen. Dafür ist die private Entzugstherapie häufig deutlich angenehmer, intensiver, kürzer und effektiver.

    Wo kann man eine Alkoholtherapie machen?

    Um Komplikationen vorzubeugen bzw. diese rechtzeitig erkennen zu können, sollte der körperliche Entzug immer vollstationär in Kliniken mit einer Station für Abhängigkeitserkrankungen erfolgen. Die Entwöhnung findet in darauf spezialisierten Kliniken statt. Die Behandlungsdauer beträgt in der Regel mehrere Monate.

    Eine diskrete Alternative mit kurzen Behandlungszeiten ab vier Wochen bieten spezialisierte private Entzugskliniken im nahegelegenen Ausland. Hier müssen Patienten nicht lange auf einen Therapieplatz warten. Es ist darauf zu achten, dass eine Behandlung dort immer entsprechend der aktuellen Leitlinien, idealerweise zusammen mit einer besonders hohen Therapiedichte, erfolgt.

    Wie findet man eine professionelle Alkoholtherapie?

    Wer einen chronischen Alkoholkonsum beenden und zurück in ein selbstbestimmtes Leben finden möchte, sollte immer im Blick haben, dass die Alkoholabhängigkeit eine ernstzunehmende Krankheit und keine bloße Willensschwäche ist. Die Motivation für ein Leben in Abstinenz ist essenziell, um den Absprung zu schaffen, genügt allein jedoch nicht, um für immer mit dem Trinken aufzuhören. Betroffene sollten sich deshalb nicht einfach an irgendjemanden wenden, wenn sie ihre körperliche und psychische Sucht überwinden möchten.

    • Hilfreich ist es, das Thema zunächst mit dem Hausarzt zu besprechen. Dieser kann nützliche Informationen über die Alkoholsucht-Therapie bereitstellen und dabei helfen, eine solche in die Wege zu leiten.
    • Konkretere Hilfe bekommt man in der Regel in lokalen Suchtberatungs- bzw. Suchthilfestellen vor Ort, die über den weiteren Weg und Wartezeiten gut aufklären können. Adressen findet man auf den Seiten des Österreichischen Suchthilfekompass.
    • Zudem können sich Betroffene beim Thema Alkoholismus-Therapie ebenso gut direkt an erfahrene Entzugskliniken Auch diese können die weiteren Schritte gut erläutern. Bei privaten Einrichtungen kann dies auch zu einer beschleunigten Aufnahme und damit zu einem früheren Start der Therapie führen. Diese gibt es jedoch nur im Ausland.

    FAQ Alkoholtherapie

    Kann man einen Alkoholentzug zu Hause machen?

    Grundsätzlich ist es möglich, einen Entzug in den eigenen vier Wänden durchzuführen. Den Konsum auf diese Weise zu unterbrechen, ist jedoch für die Betroffenen sehr gefährlich, d. h. es kann zu Komplikationen führen. Darüber hinaus brechen viele Patienten die ambulante Therapie vorzeitig ab. Eine ärztliche Begleitung ist unbedingt zu empfehlen.

    Kann man sich selbst zum Alkoholentzug einweisen?

    Menschen, die ihren Alkoholkonsum durch eine Therapie in einem Allgemeinkrankenhaus bekämpfen möchten, benötigen hierfür normalerweise die Überweisung eines Haus-/Facharztes. Anders sieht es bei privaten Einrichtungen aus. Hier brauchen die Patienten keine Überweisung. Je nach Verfügbarkeit ist zudem vielfach eine sofortige Aufnahme möglich. So kann der Alkoholkonsum umgehend gestoppt werden und die Entgiftung beginnen.

    Wie bewegt man einen Alkoholiker zum Entzug?

    Häufig sind es nicht die suchtkranken Menschen selbst, die einen Entzug anregen. Vielfach sind es die Angehörigen, denen der übermäßige Alkoholkonsum auffällt und die sich aus Sorge um den geliebten Menschen über eine Suchttherapie informieren. Insbesondere private Entzugskliniken bieten hier häufig spezielle Beratungsangebote und binden Angehörige auch in die Therapie ein. Die Motivation für den Entzug und die darauffolgende Abstinenz muss jedoch immer vom Suchtkranken selbst kommen.

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      Fachlich geprüft

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      Quellenangaben

      Quellenliste

      1 Hintz, Thomas et al. „Qualifizierter ambulanter Alkoholentzug: Enge Kooperation zwischen Hausarzt und psychosozialer Beratungsstelle – Ergebnisse eines Modellprojektes“, In: Dtsch Arztebl 2005; 102(18): A-1290 / B-1081 / C-1023, https://www.aerzteblatt.de/archiv/46646/Qualifizierter-ambulanter-Alkoholentzug-Enge-Kooperation-zwischen-Hausarzt-und-psychosozialer-Beratungsstelle-Ergebnisse-eines-Modellprojektes (Datum des Zugriffs: 20.02.2023)

      2 Österreichische Dialogwoche Alkohol „Zahlen & Fakten“, https://www.dialogwoche-alkohol.at/wissen/zahlen-fakten/(Datum des Zugriffs: 20.02.2023)

      3 Czypionka, Thomas et al. „Volkswirtschaftliche Effekte der Alkoholkrankheit – Eine ökonomische Analyse für Österreich“, Projektbericht, November 2013, Institut für Höhere Studien (IHS), Wien, S. 0, https://www.ihs.ac.at/publications/lib/IHSPR6261112.pdf (Datum des Zugriffs: 20.02.2023)

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