Alkoholabbau

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Aktualisiert am: 27.07.2023
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Alkohol abbauen: Alles Wichtige in 30 sec.

  • Der Alkoholabbau beginnt bereits wenige Minuten nach dem ersten Alkoholkonsum.
  • Durchschnittlich bauen Frauen 0,1 und Männer 0,2 Promille pro Stunde ab.
  • Der Großteil des Alkoholabbaus passiert in der Leber.
  • Es gibt keine Möglichkeit, den Alkoholabbau absichtlich zu beeinflussen.
  • Chronischer Alkoholkonsum beschleunigt den Abbau, verändert die Toleranzschwelle und kann zu einer Alkoholsucht führen.

Inhalt

    Was versteht man unter Alkoholabbau?

    Unter dem Begriff Alkoholabbau versteht man den Prozess, bei dem konsumierter Alkohol im Körper abgebaut wird. Dies geschieht vorrangig in der Leber, doch auch über die Haut, die Lunge und den Urin kann der Körper Alkohol abbauen bzw. ausscheiden. Wie schnell der Abbau von Alkohol pro Stunde abläuft, ist individuell verschieden. Eine absichtliche Beschleunigung ist nicht möglich.

    Wann beginnt der Alkoholabbau?

    Der menschliche Körper nimmt Alkohol in erster Linie über die Schleimhäute auf. Ein kleiner Prozentsatz gelangt direkt beim Trinken über die Mundschleimhaut ins Blut. Wesentlich größere Teile werden jedoch im Magen sowie im Dünndarm aufgenommen.

    • Schon nach wenigen Minuten verteilt sich der Alkohol mit dem Blut im ganzen Körper, erreicht das Gehirn und entfaltet dort seine Wirkung.
    • Praktisch zeitgleich beginnt bereits der Alkoholabbau. Der Körper versucht, die schädliche Substanz sofort loszuwerden, und wartet damit nicht, bis der Alkoholkonsum beendet ist.
    • Der Körper kann stets nur kleine Mengen abbauen. Deshalb setzt sich der Abbau im Körper auch dann häufig noch fort, wenn der Konsument sein letztes Glas bereits längst ausgetrunken hat.

    Wie funktioniert der Alkoholabbau im Körper?

    Dass Alkohol größtenteils über die Leber abgebaut wird, ist weithin bekannt. Zwischen 90 und 95 % der gesamten Alkoholmenge werden hier verstoffwechselt1. Neben dem sogenannten Alkoholstoffwechsel stehen dem Körper weitere Abbaumechanismen zur Verfügung. Diese sind allerdings begrenzt und nur bedingt geeignet, um große Mengen Alkohol schnell abzubauen.

    Alkoholabbau über Haut, Lunge und Urin

    Da Alkohol für den Körper eine toxische Substanz ist, versucht der Organismus, diesen so schnell wie möglich loszuwerden. Bei einem geringen Anteil von rund drei Prozent gelingt ihm dies über die Haut, die Lunge und den Urin2. Daher rührt auch die berüchtigte Fahne, die während und nach dem Alkoholkonsum zu bemerken ist: Der Alkohol wird über die Atemluft aus dem Körper befördert. Allerdings wird der Alkohol bei dieser Form des Abbaus nicht verstoffwechselt, sondern direkt ausgeschieden.

    Alkoholabbau über die Leber

    Den Alkoholabbau über die Leber bezeichnet man auch als enzymatischen Abbau. Er setzt sich aus zwei Phasen zusammen: der Umwandlung von Alkohol zu Acetaldehyd und der Umwandlung von Acetaldehyd zu Acetat.

    Umwandlung von Alkohol zu Acetaldehyd

    Um den Alkohol verstoffwechseln und dadurch abbauen zu können, nutzt die Leber ein Enzym namens Alkoholdehydrogenase. Dieses wandelt den Alkohol in Acetaldehyd um. Diese Substanz ist für den Körper toxisch. Vor allem, wenn sie über längere Zeit im Organismus verbleibt, etwa weil der Alkoholabbau aufgrund einer großen Konsummenge nicht schnell genug vonstatten geht, verursacht sie unangenehme Symptome. Kopfschmerzen, Übelkeit und andere sogenannte „Kater“-Beschwerden sind typisch. Darüber hinaus kann Acetaldehyd die DNA schädigen und dadurch das Krebsrisiko steigern3.

    Umwandlung von Acetaldehyd zu Acetat

    In der zweiten Phase des Alkoholabbaus wird das schädliche Acetaldehyd über das Enzym Aldehyddehydrogenase (ALDH) in Acetat (Essigsäure) umgewandelt. Diese Essigsäure ist für den Körper ungefährlich und wird später zu Kohlendioxid und Wasser verstoffwechselt. Wie aktiv und damit leistungsfähig das Enzym ALDH ist, unterscheidet sich von Mensch zu Mensch. Einige Menschen (zum Beispiel große Teile der Bevölkerung im asiatischen Raum) verfügen aufgrund ihrer genetischen Grundlage gar nicht oder nur über sehr geringe Mengen des Enzyms. Der Alkoholabbau läuft bei ihnen empfindlich gestört ab und schon ein geringer Alkoholkonsum kann unangenehme Symptome hervorrufen.

    Alkoholabbau durch das mikrosomale Ethanol-oxidierende System (MEOS)

    Normalerweise spielt MEOS beim Abbau von Alkohol eine eher untergeordnete Rolle. Je häufiger jedoch größere Mengen getrunken werden, umso stärker ist der Einfluss des Systems. Diese Form des Alkoholabbaus funktioniert über die Aktivierung von Cytochrom P450 2E1. Mit seiner Hilfe werden bei starken Trinkern sogar größere Mengen Alkohol vergleichsweise schnell abgebaut. Der bei Gelegenheitstrinkern befürchtete Kater bleibt oft aus. Gleichzeitig steigt durch den schnellen Abbau von Alkohol die Toleranzgrenze. Es müssen größere Mengen konsumiert werden, um dieselbe Rauschwirkung zu erzeugen. Das erhöht die Gefahr für eine Sucht, die letztendlich nur mit einem Alkoholentzug überwunden werden kann.

    Wie schnell kann der Körper Alkohol abbauen?

    Wie schnell der Abbau von Alkohol pro Stunde im menschlichen Körper verläuft, ist von mehreren Faktoren abhängig. Beim Zusammenspiel von Alkohol und Promille sind unter anderem entscheidend:

    • Geschlecht
    • Alter
    • Gewicht
    • Alkoholkonsum
    • Nahrungsaufnahme

    Als Faustregel wird meist angeführt, dass ein weiblicher Körper pro Stunde ungefähr 0,1 Promille abbauen kann. Bei Männern sind es dagegen 0,2 Promille. Dies ist jedoch nur als grober Richtwert zu verstehen, denn je nach individueller Voraussetzung kann es auch deutlich länger dauern, bis vor allem größere Mengen Alkohol vollständig abgebaut werden.

    Wie kann man den Alkoholabbau beschleunigen?

    Gibt es eine Möglichkeit, um Alkohol schneller abzubauen? Tipps und Hausmittel gibt es schließlich viele. Typische Beispiele sind:

    • schlafen
    • Spaziergang an der frischen Luft
    • Sport
    • Kaffee
    • Wasser
    • kalt duschen

    Diese Tipps helfen bestenfalls gegen die Symptome, die der Alkoholrausch verursacht. Sie können den Prozess des Alkoholabbaus in der Leber jedoch nicht beschleunigen. Das ist vor allem bei einer Teilnahme im Straßenverkehr wichtig: Auch wenn man sich nach einer kalten Dusche wieder fit und nüchtern fühlt, kann sich noch immer Alkohol im Blut befinden.

    Inwiefern ist der Alkoholabbau für den Körper belastend?

    Allein typische Nachwehen eines kräftigen Alkoholgenusses zeigen, dass man den Körper durch die großen Mengen Alkohol geschädigt hat. Doch selbst wenn Kopfschmerzen und Übelkeit mit der Zeit verschwinden, bleiben einige Nachwirkungen vor allem bei dauerhaftem Alkoholkonsum bestehen. Insbesondere die Leber kann durch ihre essenzielle Beteiligung am Abbau beeinträchtigt werden. Denn durch die Verstoffwechslung der toxischen Substanz werden verschiedene Stoffe freigesetzt, die zu dauerhaften Schäden führen können4. Dazu gehören unter anderem:

    • Fettleber
    • alkoholische Hepatitis
    • Leberzirrhose

    Neben Leberschädigungen drohen ein erhöhtes Krebsrisiko, Auswirkungen auf das Gehirn, die Bauchspeicheldrüse und das Herz-Kreislauf-System als mögliche Folgen eines chronisch erhöhten Alkoholkonsums. Letztendlich droht außerdem eine Alkoholsucht.

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      Quellenangaben

      Quellenliste

      1 Zagermann-Muncke, Petra „Arzneimittel und Alkohol – Differenziert beraten“, In: PZ Pharmazeutische Zeitung, Ausgabe 38, 2013, https://www.pharmazeutische-zeitung.de/ausgabe-382013/differenziert-beraten/ (Datum des Zugriffs: 02.02.2023)

      2 DHS Deutsche Hauptstelle für Suchtfragen e.V. „Basisinfo – Alkohol“, Broschüre, 17. Auflage, 2022, S. 9, https://www.dhs.de/fileadmin/user_upload/pdf/Broschueren/Basisinfo_Alkohol_BFREI.pdf (Datum des Zugriffs: 02.02.2023)

      3 PZ Pharmazeutische Zeitung „Acetaldehyd: Wie Alkohol die DNA schädigt“, DOI: 10.1038/nature25154, https://www.pharmazeutische-zeitung.de/2018-01/acetaldehyd-wie-alkohol-die-dna-schaedigt/ (Datum des Zugriffs: 02.02.2023)

      4  Jackson, Whitney „Alkoholbedingte Lebererkrankung“, MSD MANUAL Ausgabe für Patienten, https://www.msdmanuals.com/de-de/heim/leber-und-gallenstörungen/alkoholbedingte-lebererkrankung/alkoholbedingte-lebererkrankung (Datum des Zugriffs: 02.02.2023)

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