Ab wann ist man Alkoholiker?

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Aktualisiert am: 25.08.2025
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Wann ist man Alkoholiker? – alles Wichtige in 30 sec.

  • Alkoholabhängigkeit ist eine Erkrankung mit schwerwiegenden körperlichen, psychischen und sozialen Folgen.
  • Typische Anzeichen sind unter anderem Suchtverlangen, Ausbildung einer Toleranz, Entzugserscheinungen, Kontrollverlust.
  • Es gibt keine „Harmlosigkeitsgrenzen“. Auch kleine Mengen Alkohol können schädliche Auswirkungen haben.
  • Eine Therapie mit Entgiftung und Entwöhnung ist oftmals der beste Weg aus der Abhängigkeit.
  • Angehörige können den Suchtkranken unterstützen und selbst Hilfsangebote annehmen.
Inhalt

    Definition: Was ist eine Alkoholabhängigkeit?

    Bevor die Frage, ab wann man Alkoholiker ist, geklärt werden kann, muss zunächst der Begriff Alkoholismus bzw. Alkoholabhängigkeit erläutert werden. Es handelt sich hierbei um eine anerkannte Krankheit, eine sogenannte Suchterkrankung. Menschen, die alkoholabhängig sind, verspüren ein starkes Verlangen danach, Alkohol zu konsumieren. Häufig vernachlässigen sie andere Lebensbereiche zugunsten des Alkoholkonsums und gehen das Risiko für körperliche, psychische und soziale Folgeschäden ein.

     

    Selbsttest Alkoholabhängigkeit

    AUDIT (Alcohol Use Disorders Identification Test Babor et al., 2001)

     

    Wann ist man laut ICD-10 alkoholabhängig?

    Das international gültige Diagnosemanual ICD-10 listet sechs Kriterien auf, von denen mindestens 3 gemeinsam erfüllt sein müssen, damit die Diagnose Alkoholabhängigkeit gestellt werden kann. Diese lassen sich folgendermaßen beschreiben:

    • Es besteht ein starkes Verlangen (Craving), Alkohol zu trinken.
    • Die Kontrolle über die konsumierte Alkoholmenge, den Beginn und die Beendigung des Alkoholkonsums schwindet zusehends.
    • Die konsumierte Alkoholmenge muss gesteigert werden, um die intendierte Wirkung zu erzielen (Toleranzentwicklung).
    • Wenn der gewohnte Alkoholkonsum ausbleibt, stellen sich körperliche und/oder psychische Entzugserscheinungen
    • Das Trinken von Alkohol wird auch dann nicht beendet, wenn sich negative Folgen bemerkbar machen.
    • Andere Lebensbereiche werden zugunsten des Konsums zunehmend vernachlässigt.

    Wie viele Menschen sind in Österreich von Alkohol abhängig?

    In Österreich gelten 5 Prozent der erwachsenen Bevölkerung als alkoholabhängig, wobei signifikant mehr Männer als Frauen betroffen sind1. Für die meisten Menschen mit einer Alkoholsucht ist eine Therapie der beste Weg, um sich aus der Abhängigkeit zu lösen.

    Wie gefährlich ist eine Alkoholabhängigkeit?

    Alkoholkonsum ist gesellschaftlich akzeptiert und weit verbreitet – vom Feierabendbier bis zum genussvollen Glas Wein zum Essen. Dabei können bereits kleine Mengen Alkohol schädlich sein.

    Körperliche Erkrankungen durch Alkohol

    Nicht nur die Lunge, sondern auch das Herz-Kreislauf-System, der Magen-Darm-Trakt, innere Organe wie die Bauspeicheldrüse und die Leber leiden unter dem Konsum der für den Körper toxischen Substanz. Zudem kann chronischer Alkoholkonsum, wie er für eine Alkoholsucht typisch ist, zu einer Verkleinerung des Gehirns führen2. Weithin bekannt ist, dass Alkoholkonsum das Krebsrisiko erhöht, zum Beispiel für3:

    • Kehlkopfkrebs
    • Speiseröhrenkrebs
    • Brustkrebs
    • Darmkrebs
    • Leberkrebs

    Psychische Erkrankungen durch Alkohol

    Darüber hinaus sind psychische Folgeerkrankungen wie Depressionen oder Angststörungen möglich. Umso wichtiger ist es für Betroffene, zu erkennen, ab wann man Alkoholiker ist. Denn erst wenn die Suchterkrankung erkannt ist, können die nötigen Schritte unternommen werden, um sie zu bekämpfen.

    Offizielle Empfehlung: Ab wann wird Alkoholkonsum problematisch?

    Mediziner sind sich einig, dass ein ungefährlicher Alkoholkonsum nicht möglich ist. Schon geringe Mengen können den Körper und die Psyche schädigen. Zudem besteht das Risiko, eine Alkoholsucht auszubilden. Früher dachte man, dass der Konsum bestimmter Mengen gesundheitlich unbedenklich sei. Forschung und Studienlage zeigen allerdings ein anderes Bild: Es gibt keine unkritische Menge. Das Risiko beginnt mit dem ersten Tropfen.

    Selbsttest: Ab wann ist man Alkoholiker?

    Ab wann gilt man als Alkoholiker? Diese Frage stellen sich viele Menschen, die regelmäßig Alkohol trinken und ihren eigenen Gefährdungsgrad einstufen möchten. Da Alkoholismus gesellschaftlich noch immer stark stigmatisiert wird, scheuen viele Betroffene sich davor, Rat bei Außenstehenden zu suchen. Wer seinen Konsum für sich selbst ehrlich bewerten möchte, kann mithilfe der folgenden Fragen zu einer ersten Einschätzung gelangen.

    Fragen zum Alkoholkonsum

    Wenn es darum geht, ab wann man Alkoholiker ist, muss der eigene Alkoholkonsum kritisch betrachtet werden:

    • Hat sich die Menge, die ich trinke, in der letzten Zeit gesteigert?
    • Habe ich noch einen Überblick darüber, wie viele Flaschen oder Gläser Alkohol ich trinke?
    • Plane ich Alkohol fest in meinen Tagesablauf ein?
    • Achte ich verstärkt darauf, immer eine bestimmte Alkoholmenge verfügbar zu haben?
    • Trinke ich mitunter auch zu ungewöhnlichen Zeiten, wie zum Beispiel früh am Morgen?
    • Finde ich immer häufiger Gründe, um Alkohol zu trinken?

    Fragen zu den Folgen von Alkohol

    Wenn Betroffene regelmäßig größere Mengen Alkohol trinken, machen sich mit der Zeit Auffälligkeiten im eigenen Verhalten bemerkbar. Diese können psychischer, körperlicher oder sozialer Natur sein. Einige typische Beispiele lassen sich mit den folgenden Fragen ans Licht bringen:

    • Bemerke ich körperliche Nebenwirkungen, wenn ich Alkohol getrunken habe bzw. wenn ich keinen Alkohol trinke?
    • Fühle ich mich niedergeschlagen oder ängstlich, wenn ich Alkohol konsumiere bzw. nicht konsumiere?
    • Vernachlässige ich Hobbys oder berufliche/familiäre Verpflichtungen, um Alkohol trinken zu können bzw. weil ich Alkohol getrunken habe?
    • Werde ich von anderen Menschen auf mein Trinkverhalten oder meine wachsende Unzuverlässigkeit angesprochen?

    Wichtig: Diese Fragen ersetzen keine ärztliche Diagnose einer Alkoholsucht. Sie können hilfreich sein, zu erkennen, ob ein problematischer Alkoholkonsum vorliegt. Dies ist allerdings nur dann möglich, wenn die Fragen ehrlich beantwortet werden.

    Alkoholiker: Ab wann ist eine Therapie sinnvoll?

    Auch wenn es im ersten Moment paradox klingt: Ab wann man ein Alkoholiker ist, muss im Zusammenhang mit Alkoholismus nicht immer die wichtigste Frage sein. Denn auch wenn der Suchtcharakter noch nicht stark ausgeprägt ist, kann ein erhöhter Alkoholkonsum schädlich sein und negative Folgen für Körper, Psyche und Sozialleben haben. Umso sinnvoller ist es für Betroffene, möglichst frühzeitig die Reißleine zu ziehen und gegebenenfalls mit einer Therapie zu beginnen.

    Qualifizierte Therapie besteht aus Entgiftung und Entwöhnung

    Nicht empfehlenswert ist ein kalter Entzug in Eigenregie – vor allem, wenn regelmäßig große Mengen Alkohol getrunken werden. Denn in diesem Fall können Entzugserscheinungen auftreten, die schlimmstenfalls lebensgefährlich werden können. Besser ist eine qualifizierte Therapie inklusive Entgiftung und Entwöhnung. Denn um eine langfristige Alkoholabstinenz erreichen zu können, müssen Betroffene nicht nur mit dem Trinken aufhören, sondern auch etwas in ihrem Verhalten ändern.

    Angehörige können unterstützen

    Oftmals reflektieren Betroffene ihren eigenen Alkoholkonsum wenig bis gar nicht. Angehörigen fällt das Alkoholproblem dagegen häufig viel früher auf. Auch sie fragen sich deshalb, ab wann man Alkoholiker ist und wie man einen Alkoholsüchtigen unterstützen kann.

    Hilfreich ist es, das Gespräch mit dem Betroffenen zu suchen. Eine offene, wohlwollende Atmosphäre ist entscheidend, denn Vorwürfe und Kritik provozieren beim Gegenüber meist eine Abwehrhaltung. Hilfsangebote, etwa bei der Kontaktaufnahme mit einer Suchtklinik, können den Betroffenen dabei helfen, Ängste und Scham zu überwinden.

    Wer sich als Angehöriger unsicher ist, wann man Alkoholiker ist, kann sich beraten lassen. Viele Kliniken, die einen Alkoholentzug anbieten, offerieren auch spezielle Angehörigenseminare. Ähnliches gilt für Suchtberatungsstellen.

    Ihr Kontakt zur My Way Betty Ford Privatklinik

    In der deutschen My Way Betty Ford Privatklinik können auch Suchtkranke aus Österreich einen qualifizierten Alkoholentzug binnen 28 Tagen durchführen und ihr Alkoholproblem nachhaltig und langfristig lösen. Wir bieten Ihnen:

    • ein langjährig bewährtes und zertifiziertes Therapiekonzept
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      Quellenangaben

      Quellenliste

      1 Österreichische Dialogwoche Alkohol „Zahlen & Fakten“, https://www.dialogwoche-alkohol.at/wissen/zahlen-fakten/ (Datum des Zugriffs: 20.06.2023)

      2 dkfz Deutsches Krebsforschungszentrum in der Helmholtz-Gemeinschaft „Krebsrisiken – das sagt die Wissenschaft. Risikofaktor Alkohol“, https://www.dkfz.de/de/krebspraevention/Krebsrisiken_das-sagt-die-Wissenschaft/2_Risikofaktor_Alkohol/Risikofaktor-Alkohol.html (Datum des Zugriffs: 20.06.2023)

      3 Zürcher Fachstelle zur Prävention des Suchtmittelmissbrauchs (ZFPS) „Alkohol und seine unterschätzten Folgen. ‚Es gibt keine ärztliche Empfehlung zum Alkoholkonsum‘“. ZFPS-Newsletter März 2023, S. 2, https://www.zfps.ch/fileadmin/user_upload/zuefam/newsletter/2023_03_zfps_newsletter.pdf (Datum des Zugriffs: 20.06.2023)

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