Welche Alkoholentzug-Symptome können auftreten?
Der chronische Missbrauch von Alkohol kann auf lange Sicht weitreichende körperliche und psychische Schäden verursachen. Wer diese verhindern möchte, kommt um einen Alkoholentzug nicht herum. Die möglichen Entzugserscheinungen wirken jedoch auf viele Betroffene abschreckend und verhindern nicht selten die lebenswichtige Therapie. Umso wichtiger ist es, zu wissen, welche Symptome gegebenenfalls zu erwarten sind.
Körperliche Symptome beim Alkoholentzug – Die möglichen körperlichen Begleitbeschwerden bei einem Alkoholentzug manifestieren sich in mehreren Bereichen der klinischen Medizin. Internistische Symptome, vegetative Störungen und neurologische Beschwerden können auftreten4. Typisch sind unter anderem:
- Mundtrockenheit
- starkes Schwitzen
- Zittern (Tremor)
- Muskelschmerzen
- Kopfschmerzen
- Magen-Darm-Beschwerden (Durchfall, Übelkeit, Erbrechen)
- Herz-Kreislauf-Störungen
- Juckreiz
- epileptische Anfälle
- Artikulationsstörungen
- Ataxie
Viele dieser Entzugserscheinungen sind für die Betroffenen zwar sehr belastend, erweisen sich jedoch nicht als lebensbedrohlich. Trotzdem kann es während der Entgiftung schnell zu einer Situation kommen, in der extreme körperliche Reaktionen auf die Unterbrechung des Alkoholkonsums auftreten. Deshalb werden auch ambulante Entzugsbehandlungen nur dann ärztlich begleitet, wenn keine schweren Symptome zu erwarten sind. Deutlich sicherer sind Suchtkranke während des Entzugs immer in einer Klinik. Hier erfolgt die kontinuierliche Überwachung der Vitalwerte und eine individuelle Medikation zur Linderung der körperlichen Beschwerden.
Psychische Symptome beim Alkoholentzug – Während die physischen Begleiterscheinungen der Entzugsbehandlung meist binnen einer Woche abklingen, können die psychischen Symptome deutlich länger andauern. Oft sind es auch sie, die den Betroffenen viel mehr Angst vor der Behandlung bereiten als die körperliche Entgiftung. Bekannte psychische Alkoholentzug-Symptome sind:
- depressive Verstimmung und Depression
- Angst und Panikattacken
- Reizbarkeit
- Unruhe
- Gedächtnis- und Konzentrationsstörungen
- Halluzinationen
- Bewusstseinsstörungen
- extremes Verlangen nach dem Konsum von Alkohol
Die depressiven Verstimmungen werden durch den Wegfall des Alkoholeinflusses im Gehirn ausgelöst. Alkohol besitzt manchmal subjektiv eine kurzfristig stimmungsaufhellende Wirkung, an die sich das zentrale Nervensystem gewöhnt. Wird der Alkoholkonsum gestoppt, muss sich das Gehirn erst auf diesen neuen Zustand einstellen. Innerhalb von zwei bis vier Wochen lässt die depressive Stimmungslage bei den meisten Betroffenen jedoch nach. In anderen Fällen ist Depression keine Folge des Entzugs, sondern ein Ergebnis des chronischen Alkoholabusus bzw. die Alkoholsucht-Ursache. Hier ist eine Therapie umso wichtiger.