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Medikamentensucht-Folgen: Mit jeder Einnahme steigt das Risiko

Schmerzmittel, Schlaftabletten, Stimmungsaufheller – Schätzungen gehen davon aus, dass in Deutschland rund zwei Millionen Menschen regelmäßig zu viele oder falsche Arzneimittel nehmen und medikamentenabhängig sind. Das betrifft vor allem Frauen und ältere Menschen. Besonders häufig sind es Benzodiazepine, Z-Drugs sowie Opiate und Opioide, nach denen Menschen süchtig werden. Alarmierend ist, dass Millionen Deutsche die Gefahren, die von einer Tablettensucht ausgehen, noch immer stark unterschätzen.

Wie und warum entsteht eine Medikamentensucht?

Medikamentensucht-Folgen: Wie entsteht eine Medikamentensucht?Arzneimittel mit Suchtpotenzial müssen nicht zwangsläufig in eine Medikamentensucht führen. Gefährlich wird es erst, wenn das Mittel über einen längeren Zeitraum eingenommen wird, so dass ein Gewöhnungseffekt entsteht. Meist treten ebenfalls die ersten unangenehmen Entzugserscheinungen auf, wenn die tägliche Dosis verringert wird oder sich die Einnahme verzögert. Die Symptome ähneln in der Regel den ursächlichen Beschwerden, gegen die das Medikament verschrieben wurde.

Wer beispielsweise Schlafmittel wie Zopiclon oder Zolpidem abrupt absetzt, schläft oft noch schlechter als vor der Medikamenteneinnahme. Ein Verzicht auf Analgetika wie Tramadol oder Tilidin sorgt in vielen Fällen dafür, dass die chronischen Schmerzen mit noch größerer Intensität zurückkehren. Aufgrund dieser sogenannten Rebound-Effekte manifestiert sich die Tablettensucht noch stärker im Leben der betroffenen Patienten. Die Symptome werden häufig falsch eingeschätzt und die Dosis vielfach eigenständig erhöht. Dadurch rutschen die Patienten mit jeder konsumierten Pille und jedem eingenommenen Tropfen tiefer in die Abhängigkeit und verstärken die negativen Tablettensucht-Folgen.

 

Was sind die körperlichen Folgen einer Medikamentensucht?

Um die physischen Medikamentensucht-Folgen zu beschreiben, ist es wichtig zu wissen, dass nicht jedes Arzneimittel auf lange Sicht dieselben Auswirkungen hat, sondern sich nach dem konsumierten Wirkstoff unterscheiden. Einen ersten, groben Überblick verschafft die Unterscheidung nach Benzodiazepinen, Z-Drugs und Opiaten/Opioiden.

Benzodiazepine

Benzodiazepine gehören einerseits laut WHO zu den unersetzlichen Therapeutika, andererseits aber auch zu den Medikamenten mit dem höchsten Abhängigkeitspotenzial. In körperlicher Sicht macht sich eine Benzodiazepinabhängigkeit bemerkbar durch die folgenden Symptome:

  • Schwindel und Sturzgefahr (besonders bei älteren Menschen)
  • Übelkeit & Kopfschmerzen
  • Probleme des Magen- und Darmtraktes
  • Krämpfe, Zittern und neurologische Ausfälle
  • Allgemeine Leistungsabfälle
  • Sehstörungen
  • Nahezu alle möglichen Körpersensationen

Ebenso treten paradoxe Reaktionen mit zunehmender Einnahmedauer verstärkt auf, so dass es durch die Einnahme der Tabletten zu Unruhe, Schlafstörungen und Ängsten kommen kann.

Z-Drugs

Als Benzodiazepin-Alternative ähneln Z-Substanzen wie Zolpidem oder Zopiclon den Benzodiazepinen nicht nur in Bezug auf die Medikamentenwirkung, sondern auch im Hinblick auf die Medikamentensucht-Folgen. Zu den hauptsächlichen Abhängigkeitserscheinungen zählen:

  • Schlafstörungen
  • Nervosität und Verwirrung
  • Kopfschmerzen
  • Tremor

Opiate und Opioide

Opioide und Opiate werden als starke Schmerzmittel verordnet und können genauso schnell wie Benzodiazepine in die Sucht führen. Ein gutes Beispiel dafür ist die Opioid-Krise in den USA. Die bekanntesten Anzeichen einer Opiat- bzw. Opioid-Abhängigkeit sind:

  • Bewusstseins- und Schlafstörungen
  • Zittern & Übelkeit
  • Stark gesteigertes Schmerzempfinden

Wie sehen die psychischen Medikamentensucht-Folgen aus?

Für viele Menschen sind die psychischen Auswirkungen einer Tablettensucht noch gravierender als die körperlichen Langzeitnebenwirkungen. Sowohl Benzodiazepine, als auch Opiate und Opioide sowie Z-Drugs, lösen ähnliche psychische Begleiterkrankungen aus. Hierzu gehören unter anderem:

  • Depressionen & Stimmungsschwankungen
  • Halluzinationen und Wahnvorstellungen
  • Psychosen
  • Angst- und Panikstörungen
  • Innere Unruhe

Hinzu gesellen sich oft Veränderungen in der Persönlichkeit und eine starke Emotionslosigkeit und Abgestumpftheit. Wer nach Medikamenten süchtig ist, vermag kaum noch Freude zu empfinden oder sich für alltägliche Dinge zu begeistern. Nicht zu selten endet eine Medikamentenabhängigkeit mit einem Suizidversuch.

Welche gesellschaftlichen und sozialen Probleme bringt eine Medikamentenabhängigkeit mit sich?

Eine Abhängigkeit bringt für das alltägliche Leben stets negative Konsequenzen mit sich. Dabei ist es zunächst zweitrangig, ob jemand von Medikamenten, Alkohol oder illegalen Drogen abhängig ist. So kreisen die Gedanken des Betroffenen praktisch ununterbrochen um das Rauschmittel. Für den Partner, die Familie, die Hobbys oder den Job bleibt neben dem Substanzkonsum oftmals nur wenig Platz. Menschen mit einer Medikamentensucht ziehen sich sozial zurück, isolieren sich und verlieren das Interesse am Partner, den eigenen Kindern und an engen Freunden. Durch Konzentrationsstörungen, Übermüdung und andere Nebenwirkungen der Medikamente am Arbeitsplatz kommt es zu Leistungseinbußen und häufig zur Kündigung, aus der mittel- bis langfristig der soziale Abstieg resultieren kann.

Wenn professionelle Hilfe ausbleibt, führt die bereits beschriebene Toleranzentwicklung dazu, dass immer höhere Dosen von Beruhigungs- und Schmerzmitteln benötigt werden. Viele Betroffene suchen mehrere Ärzte auf, um eine ausreichende Versorgung mit den rezeptpflichtigen Medikamenten sicherzustellen oder beschaffen sich ihr Mittel auf dem Schwarzmarkt. In vielen Fällen wird die Dosierung der Tabletten letztlich von keinem Arzt mehr überwacht und mit anderen Medikamenten kombiniert, so dass lebensbedrohliche Wechselwirkungen auftreten können.

Wie lassen sich die Tablettensucht-Folgen behandeln?

Millionen Deutsche nehmen regelmäßig verschiedene Mittel ein, ohne von diesen abhängig zu werden oder psychische Störungen als Langzeitnebenwirkungen zu erleben. Ein verantwortungsvoller Umgang mit den Mitteln ist der erste Schritt, um eine Medikamentenabhängigkeit zu verhindern. Aufklärende Gespräche mit dem Arzt über mögliche Risiken und Nebenwirkungen sind obligat. Auch Apotheker können weiterhelfen und über die potenziellen Gefahren eines bestimmten Medikaments informieren. Symptome, an denen sich eine Abhängigkeit erkennen lässt und die sofortiges Handeln nach sich ziehen sollten, können sein:

  • Toleranzentwicklung
  • Starkes Verlangen nach den Arzneimitteln (Craving)
  • Auftreten von Entzugserscheinungen bei Einnahmeverzögerung
  • Einnahme trotz unerwünschter Wirkungen
  • Vernachlässigung anderer Lebensbereiche für die Einnahme der Mittel

Wer den Eindruck gewinnt, in eine körperliche oder psychische Abhängigkeit geraten zu sein, sollte die Behandlung mit den Medikamenten keineswegs allein und abrupt beenden, sondern zunächst das Gespräch mit dem behandelnden Arzt suchen. Wird eine Medikamentensucht diagnostiziert, lässt sich diese in der Regel nur durch einen qualifizierten und fraktionierten Medikamentenentzug in einer Suchtklinik beenden, bei dem Körper und Psyche durch die schrittweise Herunterdosierung deutlich weniger belastet und die Entzugserscheinungen reduziert werden. Für den Erfolg der Behandlung gilt grundsätzlich: Je länger Betroffene abhängig sind und nichts gegen ihre Erkrankung unternehmen, umso stärker verfestigen sich zugehörige Muster und umso schwieriger wird es, die Medikamentensucht in den Griff zu bekommen. Dennoch haben Patienten, die lange Zeit abhängig waren, gute Chancen, die Medikamentenabhängigkeit durch einen Entzug bekämpfen zu können. Ebenfalls im Fokus der klinischen Therapie stehen die psychische Entwöhnung, die Behandlung der ursächlichen Erkrankung sowie die Therapie möglicher Begleiterkrankungen.

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